Letmather werden älter, bunter – und weniger

Die aktuellen Einwohnerzahlen belegen: Die Letmather werden älter, weniger und bunter.
Die aktuellen Einwohnerzahlen belegen: Die Letmather werden älter, weniger und bunter.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Erneut ist der Bevölkerungsstand im größten Iserlohner Stadtteil gesunken. Der Zuzug von Migranten verhindert ein noch stärkeres Minus

Letmathe..  Ein Stadtteil schrumpft: Erneut hat Letmathe Einwohner verloren. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 zählte die Statistikstelle der Stadt Iserlohn nur noch 25543 Bürger. Das sind 239 weniger als noch zum Jahresende 2013 und sogar mehr als 800 weniger gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 2011. Immerhin: Der Einwohnerschwund verliert an Fahrt. Während die Statistik 2011/12 noch ein Minus von 304 Personen auswies, waren es 2012/13 nur noch 263, nun also 239. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Barbara Koll von der städtischen Statistikstelle: „2014 ist die Zahl der Geburten leicht angestiegen, während die Zahl der Todesfälle leicht zurückgegangen ist. 2013 sind in Letmathe überdurchschnittlich viele Menschen verstorben, das hat sich wieder eingependelt.“

Stark auf die Bevölkerungsschwund-Bremse haben auch die Zuwanderer getreten. Lebten 2013 noch 1901 Frauen und Männer ohne deutschen Pass in Iserlohns westlichstem Stadtteil, so wurden vor wenigen Tagen ein Plus von 47 dieser Personengruppe für das abgelaufene Jahr registriert. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund erhöhte sich von 20,2 auf 20,9 Prozent an der Gesamtbevölkerung Letmathes. Darin eingerechnet sind auch Migranten mit deutschen Papieren. Auch deren Anzahl ist zwischen Januar und Dezember 2014 gestiegen – gegenüber Ende 2013 von 3309 auf 3382.

Den Anstieg des Durchschnittsalters konnte diese Entwicklung aber auch nicht stoppen. Bei nicht einmal 42 Jahren lag dieser Wert im Jahr 2000, nun beträgt er 46,4. Die 40- bis 54-Jährigen sind mit 5971 schließlich auch am stärksten vertreten. „Diese Entwicklung war lange vorhersehbar, jetzt schlägt sie durch. Das ist der Demografische Wandel“, analysiert Barbara Koll den Trend.

In den Stadtbezirken steht vor den Veränderungen im Jahresvergleich ebenfalls überall ein Minus. Genna/Lasbeck verloren in den vergangenen zwölf Monaten fünf Einwohner, im Stadtteilzentrum leben nur noch 10715 – 103 weniger als noch Ende 2013. Damals gab es unter allen Ortsteilen aber auch noch einen Gewinner: Untergrüne wuchs gegenüber 2012 um einen Mann und zwei Frauen, weist 2014 jedoch einen Verlust von acht Einwohnern aus.

Gewaltiger Frauenüberschuss in Letmathe-Mitte

Freuen dürfen sich die Männer aus Letmathe-Mitte: Ihr Anteil in diesem Bezirk beträgt nur 46 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rechnerisch gesehen gibt es also für jeden eine Frau ganz in der Nähe. Deren Anteil beläuft sich also auf 54 Prozent. Nirgendwo sonst im gesamten Stadtgebiet sind die Mehrheitsverhältnisse zwischen Frau und Mann so eindeutig geklärt.