Das aktuelle Wetter Letmathe 17°C
Treff am Dom

Kolping-Talk begeisterte das Publikum

01.11.2009 | 15:17 Uhr
Kolping-Talk begeisterte das Publikum

Letmathe. Gesellschaftliche Veränderungen und Menschen, die sie bewirken, waren oft schon Thema bei der Kolping-Talkshow „Treff am Dom”. Am Samstag standen die „Neuen” im Mittelpunkt der Gespräche auf dem Podium.

Neue Köpfe im Schulwesen, in der Politik und in der Altenbetreuung: In diesen Bereichen vollziehen sich zur Zeit nicht nur in Letmathe, sondern auch hinter seinen „Grenzen” große Veränderungen.

Erster Talkgast von Diakon Peter Trotier war Oberstudiendirektor Peter Wiedemeier, der in diesem Jahr die Leitung des Letmather Gymnasiums übernommen hat. Welche Vorstellung er denn über die Position eines Schulleiters habe, wollte Trotier von dem gebürtigen Ostwestfalen wissen. „Mir ist schon klar, dass ich durch die Übernahme des Amtes zu einer öffentlichen Person geworden bin”, sagte Wiedemeier. Und dies verlange von ihm auch, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wiedemeier verriet zudem, dass Schulleiter heutzutage auch Manager sind. „Eigentlich sollte man als Direktor eines Gymnasiums nicht mehr unterrichten, da der größte Teil der Arbeitszeit durch administrative Tätigkeiten ausgefüllt ist”. Zum Thema „Lern- und Lebensort Schule” sagte Wiedemeier: „Unterricht an weiterführenden Schulen ist heute nicht mehr 45 Minuten Mathematik oder 45 Minuten Englisch. Heute ist ein Junge oder Mädchen ab Klasse sechs an fünf Tagen von 7.45 Uhr bis 15 Uhr in der Schule.” Wiedemeier begrüßte daher die Einführung des „gebundenen Ganztages” am Gymnasium ab kommendem Schuljahr. „Auch wenn sich das noch zunächst etwas schlimm anhört, steht eins jedoch fest: zum einen haben die Jugendlichen, wenn sie aus der Schule kommen, ihre Hausaufgaben bereits gemacht, zum anderen bietet ihnen dann der Nachmittag noch genügend Freiraum für andere Dinge”.

Als zweiten Gesprächspartner konnte Alfons Kersten beim „Treff am Dom” Landrat Thomas Gemke begrüßen, der bei seiner Vorstellung sofort die Lacher auf seiner Seite hatte: „Wenn Sie von mir Post bekommen, ist oft ein Foto von Ihnen dabei und ein Überweisungsträger.” Der Landrat ist nämlich nicht nur Chef der Kreisverwaltung in Lüdenscheid, sondern zugleich auch Chef der Kreispolizeibehörde. Thomas Gemke vertritt die Meinung „Polizei muss vor Ort sein” und hat daher auch das Engagement seines Vorgänger, begrüßt, dass es in Letmathe wieder eine Polizeiwache gibt. Weiterer Themenschwerpunkt war der Haushalt des Märkischen Kreises und damit verbunden auch die Diskussion über die Höhe der Kreisumlage. „In der Regel verstehe ich mich gut mit den Bürgermeistern der Städte, nur wenn es um die Kreisumlage geht, dann wird es manchmal auch etwas laut und stressig. Aber zu Weihnachten ist dann alles wieder geregelt”, so Gemke lachend. Als Landrat plädiert er übrigens für den Lückenschluss der A 46 und erhielt dafür viel Applaus der Zuhörer. Nur durch diesen Lückenschluss ist zu erreichen, dass der Märkische Kreis wettbewerbsfähig bleibt.

Dem Thema „Leben im Alter” widmeten sich dann Carmen Jokisch und Wolfgang Eberz, seit dem 1. August der neue Leiter des Altenheimes St. Kilian. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Altenheim St. Kilian noch mehr zu einem Ort der Begegnung für alle Generationen zu machen. Inspiriert durch Projekte, die er bereits an anderen Einrichtungen betreut hat und die teilweise für „Palastrevolutionen” gesorgt haben.

So gab es beispielsweise in einem Altenheim einen gemeinsamen Mittagstisch der Bewohner mit den Jungen und Mädchen der Gemeinde-Kindertagesstätte. „Zunächst waren die Bewohner nicht begeistert, aber nach einer Gewöhnungsphase wollten sie die Kinder auch nicht mehr missen.”

Eberz kann sich auch unter dem Thema „Schaukelstuhl und Schaukelpferd” gemeinsame Aktionen des Altenheims mit dem Kindergarten St. Kilian vorstellen. Dazu können sowohl kreative wie auch spielerische Angebote gehören. Derzeit hat das Altenheim St. Kilian 143 Bewohner, die von 120 Mitarbeitern betreut werden. Ein Raunen ging durch den Saal, als Carmen Jokisch provokant nach dem Alter fragte, „wann man denn in ein Altersheim gehen solle”. Eberz: „Diese Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen, wichtig ist jedoch, dass man sich frühzeitig damit auseinandersetzt und nicht erst dann, wenn gesundheitliche oder persönliche Umstände dazu zwingen”.

Als letzten Gesprächsgast konnte Alfons Kersten dann den frischgebackenen Iserlohner Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens begrüßen, der erst vor ein paar Tagen seinen Amtseid geleistet hatte. Die Wahl durch die Bürgerinnen und Bürger Iserlohns habe ihn mit Stolz erfüllt, so Dr. Ahrens. „Ich freue mich auf die Arbeit und möchte gern der Bürgermeister aller Iserlohnerinnen und Iserlohner sein”. Nach rund zweieinhalb Stunden ging der diesjährige „Treff am Dom” zu Ende und das Publikum bedankte sich noch einmal mit viel Applaus bei den Interviewern und ihren Gesprächspartnern.

Hartmut Becker

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/63341/create

Aktuelle Fotos und Videos
Zinnfiguren in Kierspe
Bildgalerie
Zinnfiguren
24. internationale Seifenkistenrennen
Bildgalerie
Fotostrecke
Schützenfest Letmathe
Bildgalerie
Fotostrecke
Neujahrsempfang Letmathe
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Kilianskirmes gerät ordentlich in „Schieflage“
Rummel total
Noch knapp sechs Wochen, dann startet in Letmathe mit der Kilianskirmes vom 13. bis 16. Juli die nächste Großveranstaltung.
Ein Fest mit Überraschungen
Schützenfest
Wer wird Nachfolger von Willi Heimann und Rita Westkämper? Diese Frage wird am Freutag ab 15 Uhr nicht nur alle Mitglieder des BSV Grürmannsheide, sondern alle Bürgerinnen und Bürger des Ortes beschäftigen.