Klärwerk würde mehr Einwohner verkraften

Beim Tag der offenen Tür in der Letmather Kläranlage.
Beim Tag der offenen Tür in der Letmather Kläranlage.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
340 Besucher haben die Letmather Kläranlage besichtigt. Sie ist nach Angaben des Ruhrverbandes auf dem neuesten Stand und würde sogar noch den Anschluss eines weiteren Wohngebietes verkraften.

Letmathe..  An der Grenze zu Hohenlimburg und auch durchaus eher versteckt und am ehesten noch von Bahnfahrern zu sehen liegt die Kläranlage Letmathe des Ruhrverbandes. Zu erreichen ist sie von der Oeger Straße aus, zuletzt muss noch eine einspurige Brücke über die Lenne überquert werden. Am Sonntag fand dort ein Tag der offenen Tür statt, Besucher, die durchaus in beträchtlicher Zahl kamen, konnten an Führungen teilnehmen, bei denen die verschiedenen Stationen der Wasseraufbereitung aufgesucht wurden.

Der Einzugsbereich der Anlage ist durchaus beträchtlich: Letmathe, Oestrich, Kesbern, Obergrüne, Untergrüne, Dröschede, Roden, Lössel, Lasbeck, Stenglingsen, Stübbecken, Nachrodt-Wiblingwerde, Veserde und außerdem die westlichen Bereiche Iserlohns hängen an der Anlage. 1300 Hektar beträgt die Größe des gesamten Gebietes. Interessant: Die Letmather Anlage weist eine bautechnische Besonderheit auf: Die drei großen Belebungsbecken und die drei großen Nachklärungsbecken sind paarweise übereinander angeordnet.

340 Besucher ließen sich alles genau erklärten

Stolz ist der Ruhrverband auch darauf, dass in der Anlage die anfallenden Faul-Gase nicht mehr abgefackelt sondern verstromt werden. Gemittelt können so 50 Prozent des Eigenbedarfs an Strom gedeckt werden, in den Spitzen erfolgt sogar eine Einspeisung ins öffentliche Netz. Die Kläranlage läuft voll automatisch rund um die Uhr. Die sechsköpfige Belegschaft befindet sich dort nur zu den üblichen Arbeitszeiten.

340 Besucher hatte Diplomingenieur Harro Feckler vom Ruhrverband am Ende des „Tages der offenen Tür“ gezählt. Und mit diesem Ergebnis war der Leiter des Regionalbereichs Süd sehr zufrieden, zumal die Letmather mit vielen Fragen gekommen waren und mit viel neugewonnem Wissen den Heimweg antreten konnten.

Wie Feckler im Gespräch mit der Heimatzeitung erläuterte, ist die Letmather Kläranlage auf dem neuesten Stand der Technik. Sie erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen und die Grenzwerte werden eingehalten. Was Einleitungen aus Gewerbebetrieben betrifft, gebe es im Vergleich zu anderen Kläranlagen in Letmathe keine Auffälligkeiten. Mit der Firma Lobbe, die sich beim Tag der offenen Tür ebenfalls vorstellte, werde gut zusammengearbeitet.

Für eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe - die das Wasser unter anderem von Kontrastmitteln oder Medikamentenrückständen befreiet - wäre auf dem Gelände in Letmathe Platz vorhanden. Doch die frage, ob und wann solche Reinigungsstufen im Land errichtet werden müssen, ist politisch noch nicht entschieden und damit auch für Letmathe noch nicht von Bedeutung.

Das Klärwerk Letmathe ist für rund 70000 Einwohner ausgelegt, die derzeitige Nutzung liegt bei rund 60000. Es wären also laut Freckel noch genügend Kapazitäten vorhanden, falls in Genna oder anderswo in Letmathe ein neues Wohngebiet ausgeweisen würde.