King Kong und der Mörderhai sind schon da

Dem Werwolf ins Auge geschaut: Kirmesorganisator Thomas Johannsen und Schaustellerin Christa Parpalioni durften schon mal einen Blick ins „Geisterhotel“ werfen.
Dem Werwolf ins Auge geschaut: Kirmesorganisator Thomas Johannsen und Schaustellerin Christa Parpalioni durften schon mal einen Blick ins „Geisterhotel“ werfen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Das „Geisterhotel“ steht schon und das Riesenrad ist unterwegs auf der Autobahn. Zwischen Saalbau und Neumarkt wird ausgepackt, geschleppt, geschraubt und gezimmert . Am Freitag beginnt die Kirmes.

Letmathe.. King Kong ist schon da. Und der Mörderhai auch. Der Werwolf liegt schon zähnefletschend, aber noch eingesperrt in seiner Kiste. Sehnsüchtig wartet er darauf, vier Tage lang Letmathe in Angst und Schrecken zu versetzen. Der Aufbau der Kiliankirmes 2015 hat begonnen und läuft mit immer höheren Touren. Das „Geisterhotel“ und „Pirates Adventure“ waren am Dienstag mit dem Aufstellen ihrer Gruselkabinette schon am weitesten.

Wenn alles planmäßig läuft, wird heute das Riesenrad auf dem Neumarkt montiert. Gestern war es noch auf der Autobahn, von Innnsbruck aus, unterwegs. „Es sind nur noch wenige Riesenräder dieser Größe in Deutschland verfügbar“, sagte Kirmesorganisator Thomas Johannsen. „Ich hoffe, es kommt gut ans Ziel.“ Und das gilt auch für die anderen großen Attraktionen, mit denen die Kilianskirmes in diesem Jahr sehr gut bestückt ist.

Man erlebt immer wieder, dass Schausteller kurzfristig auf gegebene Zusagen pfeifen und spontan ihre Route ändern, um lukrativere Jahrmärkte anzusteuern. Doch Johannsen vertraut darauf, dass sie Letmathe nicht im Stich lassen werden. Und er vertraut darauf, dass die Kirmestransporter mit kompletter Ladung ankommen. Denn auch da hat es schon böse Überraschungen gegeben. Metalldiebe lauern auf Parkplätzen. Und manchmal begnügen sie sich nicht mit Kupferkabel. „Kürzlich ist eine komplette Mandelbude von einem Parkplatz in Norddeutschland spurlos verschwunden“, berichtete Schausteller Eugen Rink, seit Jahrzehnten mit seinem Imbiss der Kilianskirmes treu.

Rinks größte Sorge gilt dem Wetter. Er erzählt von Hannover, wo er selbst das jüngste Unwetter miterlebt hat. „Da war mir echt angst und bange.“ Der Klimawandel sei ein ganz großes Thema für Schausteller geworden. Das Wetter werde immer unberechenbarer. „Ich habe schon im August Jahrmärkte mitgemacht, da war es kalt wie im Oktober“, erinnert er sich. „Und vor ein paar Jahren habe ich im November auf einem Weihnachtsmarkt in kurzer Hose gestanden.“ Um so mehr hofft er für Letmathe auf schönes Wetter und guten Umsatz, so wie alle anderen Betreiber der rund 140 Kirmesgeschäfte auf der 1,5 Kilometer langen Vergnügungsmeile, die sich von Freitagabend, 17 Uhr, bis Montagabend vom Saalbau bis zum Neumarkt erstrecken wird.

Bei der 564. Kilianskirmes wird vieles so sein wie seit „ewigen“ Zeiten , aber an Neuheiten und Überraschungen fehlt es nicht. Da wo jahrelang die Blumentombola stand, lockt jetzt - - zum zweiten Mal in Letmathe - das „Geisterhotel“ mit King Kong und dem Werwolf. „Wir haben uns umgestellt, das mit den Blumen läuft nicht mehr“, erklärt Inhaber Johann Burghard. Ebenfalls zum zweiten Mal in Letmathe ist das zweistöckige „Pirates Adventure“ von Michael Schneider. Lebensgroße Figuren, die sprechen und ihren Körper voll bewegen (Animatronie) bieten in sieben Minuten eine Schatzsuche mit Gruseleffekten.

An schwindelerregenden Nervenkitzel-Fahrgeschäften fehlt es ebenfalls nicht. Der monströse Mittelbau-Anhänger des spektakulären Hoch- und Rundfahrgeschäftes „Transformer“ traf Dienstag früh von seiner Fahrt vom Schützenfest Goslar in Letmathe ein. Knapp 20 Meter lang ist dieser Schwertransport mit seinen sechs Achsen, der nur mit Sondergenehmigungen bewegt werden darf. „Die Fahrt war problemlos“, berichtete der Stuttgarter Schausteller Marc Schmidt. Mit insgesamt fünf Transporten inklusive Wohn- und Mannschaftswagen hatte sich die Firma in der Nacht auf den Weg nach Letmathe gemacht.

Vor allem für den Mittelbau, bei dem jede Achse für zehn Tonnen Gewicht ausgelegt ist, wird es bei den maroden deutschen Autobahnbrücken immer schwieriger, von Kirmes zu Kirmes zu kommen. Zum Teil müssen die Betreiber große Umwege in Kauf nehmen, weil bestimmte Autobahnen von solch schweren Fahrzeugen nicht genutzt werden dürfen.