Kinder lernen auch voneinander
08.10.2010 | 15:42 Uhr 2010-10-08T15:42:00+0200
Oestrich. Über die Unterrichtsform „Jahrgangsübergreifende Lerngruppen“ („JüL“) haben sich am Donnerstag die Mitglieder der CDU-Ortsunion in der Bartholomäusschule informiert. Dort wurden die Christdemokraten von Schulleiterin Barbara Metzger und Konrektorin Verena Heintz begrüßt.
Derzeit verfügt die Schule über eine jahrgangsübergreifende Lerngruppe 1 bis 4 sowie 8 Lerngruppen 1 bis 3. Dabei werden Kinder unterschiedlicher Jahrgänge für derzeit 16 Wochenstunden in einer Klasse unterrichtet. Nach den Sommerferien im kommenden Jahr sollen alle Klassen in jahrgangsübergreifende Lerngruppen 1 bis 4 umgestellt werden.
Die restlichen Schulstunden werden die Jungen und Mädchen gemäß ihrem Stundenplan dann in Jahrgangskursen unterrichtet. Bei Erstklässlern sind es 6, bei Viertklässlern 11 Stunden.
Nicht alle Fächer werden in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen unterrichtet, Religion beispielsweise wird ausschließlich in den Jahrgangskursen vermittelt. Auch Sport oder andere Unterrichtsthemen müssen altersgerecht vermittelt werden. Verena Heintz: „Beim Schwimmen können wir von einem Viertklässler nicht erwarten, dass er seine Übungen in nur 80 cm hohem Wasser absolviert“.
Das Team der Bartholomäusschule hat sich vor der Umstellungen auf einen kompletten Unterricht jahrgangsübergreifender Lerngruppen bei anderen Schulen informiert und muss nun eine Organisationsform finden, wie dies umgesetzt werden kann. Aus dem Kollegium kam beispielsweise auch der Wunsch, den JüL-Unterricht von derzeit 16 auf 18 Stunden aufzustocken.
Barbara Metzger möchte gern auch ein Vorurteil ausräumen: „Häufig wird gesagt, dass beim JüL-Unterricht die Großen die Helfer für die Kleinen sind. Dem ist nicht so. Die Erstklässler können nicht nur von den Viertklässlern, sondern auch umgekehrt voneinander lernen. So kann beispielsweise ein Drittklässler durch aus noch einmal den Unterrichtsstoff der zweiten Klasse vertiefen“.
09:00
Erst lese ich von diesen neuen Erkenntnissen der letmather Ortsunion und dann davon, dass sogar Laumann in NRW dafür plädiert, Haupt- und Realschulen zusammenzulegen.
Was ist hier los? Unterliegt die CDU etwa einem Modernisierungs-Wahn? Hat da jemand mal ein Buch gelesen?
Ihr werdet doch wohl mein sorfältig gepflegtes Feindbild nicht ins Wanken bringen wollen? PfuI!
Mit verblüfften Grüßen,
Bogus
18:41
Wäre doch schön, wenn sich nicht mehr ein Drittel der Klasse überfordert fühlt, und ein Drittel unterfordert ist. Kann ich mir nur wünschen für die Zukunft.
06:00
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19:50
@fred: Wie kommen Sie darauf, dass der Unterricht chaotisch abläuft? Haben Sie die Schule einmal besucht und es sich vor Ort angeschaut. Oder brechen sich da alte Vorurteile Bahn? Die Bartholomäusschule hat bereits vor fünf Jahren die erste JÜL 1-4 gestartet und seit der Zeit reichlich Erfahrungen sammeln können. Die Kinder werden individuell gefördert und erleben trotzdem - oder gerade deswegen - einen strukturierten, spannenden und immer wieder herausfordernden Unterricht. Bei der Entscheidung, die ganze Schule auf 1-4 umzustellen, wurden die Eltern in den Entscheidungsprozess mit einbezogen. Das Thema wurde in den Klassen- und Schulpflegschaften diskutiert (teilweise auch kontrovers), und am Ende von der Schulkonferenz beschlossen. Und die Eltern, die ihr Kind nun neu an der Schule anmelden, machen das sehr bewusst: Sie informieren sich beim Tag der offenen Tür und bei Gesprächen mit Eltern und Kollegium und entscheiden sich dann erst für diese Schule - oder melden ihr Kind eben an einer anderen Schule an. Und noch ein letztes: Ich habe nicht den Eindruck, dass dieses System der Entwicklung der Persönlichkeit der Schüler schadet. Im Gegenteil: Gerade zur Festigung der Persönlichkeit könnte ich mir keine bessere Schule wünschen.
18:33
@fred Ich weiß ja nicht welche Erfahrung du gemacht hast.
Ich werde dieses Schulsystem ausprobieren.
Auch ich vertrete den Spruch lernen ist lernbar.
Sicher kann man ein Schulsystem nicht mit dem eigenen erlebten vergleichen,bei uns war eben alles etwas anders.(wer nicht mitzieht.....Pech!)
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, das oft nur noch singen und klatschen gelehrt wird! (was das verhalten einiger jugendlichen sicherlich zeigt)
Oder was soll ich denken wenn ein Viertklässler nach Unterrichtsende noch einen Stuhlkreis zelebriert?
16:45
Und keiner sagt wie chaotisch das abläuft. Warum müssen die Kleinsten die Opfer dieser Experimente sein, die doch nur zum Joberhalt der Lehrkörper dienen. Grundschulkinder brauchen feste Strukturen damit sich die Persönlichkeit festigt. Die Dorfschule hatten wir doch überwunden. Jetzt die Renaissance bei sinkenden Schülerzahlen um Schulstandorte zu sichern. Traurig wie wenig Gewissen einige Pädagogen haben. Hier sollte man eine Volksabstimmung bei den betroffenen Eltern durchführen. Aber die hat man ja zur Sicherheit besser nicht gefragt.