Das aktuelle Wetter Letmathe 17°C
Abendmahlskelch

Kelch erinnert an Stift Elsey

15.02.2012 | 15:45 Uhr
Kelch erinnert an Stift Elsey
Auf dem Kelchboden ist ein Hinweis auf die Spenderinnen eingraviert. Foto:Marc Miertzschke

Letmathe.Kürzlich wurde im benachbarten Elsey der 200 Jahre zurückliegenden Auflösung des dortigen adligen Damenstiftes gedacht.

Prof. Gerhard Sollbach informierte im Melanchthonhaus der evangelischen Kirchengemeinde Elsey über die wechselvolle Geschichte des Stiftes und dessen „unrühmliches“ Ende im Jahr 1812.

Interessanterweise befindet sich eines der ganz wenigen Erinnerungsstücke an das Elseyer Stift im Besitz der Pfarrgemeinde St. Kilian. Es handelt sich um einen Messkelch, den zwei Elseyer Stiftsfräulein im frühen 18. Jahrhundert der Letmather Pfarrei gestiftet haben. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts waren alle drei christlichen Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert) im Stift vertreten. Die katholischen Stiftsdamen fuhren nach Letmathe zur Messe, die katholische Äbtissin Helena von Syberg, eine große Wohltäterin der Kilianspfarrei, wurde 1694 auch in Letmathe beerdigt.

Die Stiftsdame Helena Maria Catharina von Neheim von Haus Ruhr wurde bereits mit fünf Jahren 1685 in das Stift aufgenommen. Auch ihre Schwester Barbara Theodora trat in Elsey ein.

Ihr Vater und ihre Onkel unterstützten finanziell den Bau einer katholischen Kapelle im protestantischen Schwerte. Helena und Barbara von Neheim schenkten der Kilianspfarrei einen Kelch, in den sie im Fuß ihre Namen (die Vornamen als Initialen), ihre Zugehörigkeit zum Stift Elsey, das Jahr 1707 und das Familienwappen deren von Neheim eingravieren ließen.

Das Pfarrarchiv verwahrt das Testament der Helena von Neheim (sie starb 1740) und einen umfangreichen Schriftverkehr zwischen dem Letmather Pfarrer und ihrem Erben von Hövel, der sich wohl zierte, die Legate des später verstorbenen Stiftsfräuleins Barbara von Neheim an die Letmather Kirche, den Pfarrer, den Küster und die Dorfarmen auszuzahlen.

Bis heute ist dieser Kelch in der Kilianspfarrei im Gebrauch und gehört neben den Stiftungen der Familie von Brabeck zu den geschichtsträchtigsten Stücken des Letmather Kirchenschatzes.

Marc Miertzschke

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6354913/create

Aktuelle Fotos und Videos
Zinnfiguren in Kierspe
Bildgalerie
Zinnfiguren
24. internationale Seifenkistenrennen
Bildgalerie
Fotostrecke
Schützenfest Letmathe
Bildgalerie
Fotostrecke
Neujahrsempfang Letmathe
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Kilianskirmes gerät ordentlich in „Schieflage“
Rummel total
Noch knapp sechs Wochen, dann startet in Letmathe mit der Kilianskirmes vom 13. bis 16. Juli die nächste Großveranstaltung.
Ein Fest mit Überraschungen
Schützenfest
Wer wird Nachfolger von Willi Heimann und Rita Westkämper? Diese Frage wird am Freutag ab 15 Uhr nicht nur alle Mitglieder des BSV Grürmannsheide, sondern alle Bürgerinnen und Bürger des Ortes beschäftigen.