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Kein WC-Häuschen auf Oestricher Herbert-Nolte-Platz

04.02.2009 | 16:25 Uhr

Oestrich. Die Idee, auf dem Herbert-Nolte-Platz eine Toilettenanlage zu errichten, wird nicht weiter verfolgt. „Unverhältnismäßig teuer”, hieß es im Hauptausschuss.

Selbst die SPD-Fraktion, die das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte, nahm Abstand von ihrem Anliegen. Bau- und Erschließungskosten von 154 000 Euro waren selbst Vizebürgermeister Michael Scheffler eindeutig zuviel. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine ausgeprägte Bereitschaft gibt, diese Mittel in Oestrich zu investieren”, blies der Oestricher Sozialdemokrat zum Rückzug.

Elke Olbrich-Tripp (Bündnisgrüne) beglückwünschte Scheffler zu dieser Einsicht. Die 154 000 Euro würden reichen, um zehn Jahre lang ein mobiles Toilettenhäuschen aufzustellen, rechnete sie vor. Dabei sei noch gar nicht berücksichtigt, dass eine feste WC-Anlage in diesen zehn Jahren sicherlich dreimal saniert werden müsste. Eindringlich warnte Olbrich-Tripp: „Trotz Konjunkturprogramm sollte die Stadt sich hüten, Maßnahmen durchzuführen, die nicht nur unnötig sind, sondern uns und andere Generationen nachhaltig belasten.”

Karsten Meininghaus (CDU) nahm die Argumente der Grünen dankbar auf, um die SPD anzugreifen. Er mokierte sich darüber, dass die SPD in jüngster Zeit zu „überbordenden Anträgen” neige, „bei denen einem fast schwindlig wird”. Dies wies Michael Scheffler energisch zurück. Die SPD werde auch weiterhin Wünsche der Bürger ernst nehmen und von der Verwaltung Lösungsmöglichkeiten prüfen lassen.

Scheffler machte sich dafür stark, die Toilettenproblematik in Oestrich in anderer Weise zu lösen. Das Thema solle noch mal mit dem Ortsring besprochen werden. Möglicherweise könne durch Sponsoring oder andere Maßnahmen ein Weg gefunden werden. Auf jeden Fall habe die Stadt ein großes Interesse daran, dass die Veranstaltungen auf dem Herbert-Nolte-Platz (Maibaumaufstellung, Appeltatenkirmes, Theaterspektakel, Martinszug u.a.) weiter durchgeführt werden können.

Elke Olbrich-Tripp mahnte überdies an, den Oestricher Vereinen, die zugesagten Zuschüsse zügiger und zuverlässiger zukommen zu lassen.

Hartmut Becker

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