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Vorsicht, giftig!

Jakobskreuzkraut: Gefahr am Wegesrand

03.08.2010 | 16:25 Uhr
Jakobskreuzkraut: Gefahr am Wegesrand
Das Jakobskreuzkraut ist besonders gefährlich für das Weidevieh.

Letmathe. Jürgen Brinker hat anstrengende Tage und Wochen hinter sich. Fast täglich war er auf seinen Weiden unterwegs, um einer Pflanze den Garaus zu machen, dem Jakobskreuzkraut (JKK).

Mit seinen leuchtend gelben Blüten erfreut es die Spaziergänger, doch kaum jemand weiß, welche Gefahr diese Pflanze in sich birgt.

Die Pflanze ist unter anderem an Feldrändern, auf Wiesen oder Ackerbrachen zu finden und hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet. Das JKK wird von Landwirten und Pferdehaltern nicht gerne gesehen, da alle Teile der Pflanze auf Grund der enthaltenden leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide giftig sind. Das Gift führt bei den Tieren zu einer Schädigung der Leber. Das Krankheitsbild verläuft meist tödlich für die Tiere. Besorgniserregend ist, dass Kreuzkräuter auch in konserviertem Futter wie Heu, Silage oder Futtermittel, die dieses beinhalten, ihre giftige Wirkung nicht verlieren. Im Gegensatz zu Großbritannien und der Schweiz gibt es in der Bundesrepublik keine Meldepflicht für diese Pflanze.

Nach Auskunft des Kreisveterinäramtes des Märkischen Kreises ist bisher nicht bekannt, ob Rinder oder Pferde durch die Pflanze eingegangen sind. „Es gibt keine Meldepflicht für solche Fälle“, so die Auskunft der Kreispressestelle.

Jürgen Brinker, der in Pillingsen Pferdeweisen gepachtet hat: „Ich habe die Pflanzen ausgestochen und die befallenen Stellen noch gespritzt. Ich hatte Erfolg, doch wegen der hohen Vermehrungsrate der Pflanze war das eine Sisyphus-Arbeit“. Nach Aussage von Brinker ist das JKK in der heimischen Region derzeit im Raum Kalthof und im Raum Balve stark verbreitet. Auch Richtung Unna ist das JKK anzutreffen. Dort, so Brinker weiter, wurde vor kurzen eine Wiesenfläche komplett umgepflügt und neu eingesät, um dem Befall Einhalt zu bieten.

Die Heimatzeitung befragte auch einige Letmather Landwirte, die bei dem Thema JKK sehr sensibel reagieren.

Ein Landwirt hatte gelbblühende Pflanzen auf seinen Wiesen entdeckt und Proben genommen, um sie von einen Pflanzensachverständigen der Landwirtschaftskammer bestimmen zu lassen. Der konnte aber in diesem Fall Entwarnung geben.

In Deutschland gibt es etwa 25 definierte Arten von Kreuzkraut. Alle sind mehr oder weniger stark giftig. JKK ist am giftigsten. So kann das JKK bestimmt werden: Die Blütezeit ist Juni bis September. Die Pflanze hat 13 unbehaarte Kelchblätter, die an der Spitze schwarz sind. Die Blüte hat 13 Zungenblüten und im Innern zwischen 60 und 80 Röhrenblüten. Ihr Blütenstiel ist spinnwebig. Im vergangenen Jahr brachte die Verwechslungsgefahr der JKK-Blätter mit dem beliebten Rucola-Salat das Jakobskreuzkraut in die Schlagzeilen der Tagespresse. Einige der giftigen Pflanzenblätter waren, unvorsichtigerweise, zwischen geerntete Rucolablätter geraten und in die Gemüseabteilung einer Supermarktkette gelangt. Doch nicht nur dort, auch in Kräutertees wurde die Pflanze schon nachgewiesen.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass die Verbreitung des Jakobskreuzkrautes in Nordrhein-Westfalen schon seit dem Jahr 2007 voranschreitet. Durch eine damalige Erhebung wurde bekannt, dass besonders Flächen in den Kreisen Kleve, Wesel, Düren, Euskirchen, Steinfurt, Warendorf, Minden-Lübbecke und Ennepe-Ruhr betroffen sind. Um das JKK weiter zurückzudrängen, sind intensive Pflegemaßnahmen notwendig. Halter von Pferden und Rindern sollten sorgfältig ihre Flächen im Auge behalten und sofort einschreiten, wenn sie das JKK entdecken. Wer mehr über die Pflanze wissen möchte, kann sich im Internet unter www.jakobskreuzkraut.de informieren.

Hartmut Becker

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Kommentare
04.08.2010
14:50
Jakobskreuzkraut: Gefahr am Wegesrand
von heimann | #1

Habe es mal getrocknet und geraucht. Leider war keine besondere Wirkung zu spüren. Vielleicht war es aber auch nur Löwenzahn gewesen. Wo wächst es denn genau ?

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