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Bürgerbewegung Letmathe

„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“

13.07.2011 | 15:55 Uhr
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
Udo Gantenbrink (li.) und Ulrich Luther (mitte), die beiden Gründer der „Bürgerbewegung Letmathe“.

Letmathe. „Wir müssen weiter daran arbeiten, dass die Kluft zwischen der ,Mutter Iserlohn’ und dem ,Kind Letmathe’ nicht zu groß wird.“ Deutliche Worte fanden am Mittwoch Ulrich Luther und Udo Gantenbrink, die beiden Initiatoren der „Bürgerbewegung Letmathe“. Am vergangenen Wochenende waren die beiden mit einem Informationsstand auf der Hagener Straße vertreten, um sich zum einen die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger anzuhören, zum anderen aber auch, um weitere Mitstreiter für ihre Bürgerbewegung zu finden.

„Wir haben viel Zuspruch für unser Engagement erhalten“ ergänzt Udo Gantenbrink, „und zwar nicht nur von den Bürgern vor Ort, sondern auch von Besuchern aus Nachrodt, Altena, Hemer und Hohenlimburg“. Gerade die Hohenlimburger machten den beiden Mut, weiter ihr Ziel zu verfolgen. Luther: „Die Wunden, die die Fusion Hohenlimburg – Hagen geschlagen hat, sind bei vielen noch nicht aus den Köpfen verschwunden“.

Mit Argusaugen werden Luther und Gantenbrink weiterhin die Verwaltung und die Politiker beobachten, wie sie mit Letmathe umgehen.

Durch einige Beispiele verdeutlichten Luther und Gantenbrink, dass noch viel Sand im Getriebe ist.

Sie bemängeln, dass unheimlich viel Zeit verstreicht, bevor Ratsbeschlüsse, die Letmathe betreffen, umgesetzt werden. So das Ausbaggern des Teiches im Volksgarten. Viele erinnern sich noch daran, wie Verwaltung und Politik vor einigen Jahren den „Masterplan“ Volksgarten vorgestellt haben, doch danach hat sich fast nichts getan. Die Säuberung des Teiches wurde von Jahr zu Jahr verschoben. Oder die Problematik der Verschandelung des Volksgartens durch Sprüher und Vandalen: nachdem sich CDU und Grüne dieses Problems angenommen hatten, erschien auch die SPD auf der Bildfläche und forderte einen „Runden Tisch“. Luther: „Uns ist es relativ egal, wer sich am Ende die Lorbeeren ansteckt, Hauptsache es passiert endlich mal etwas“.

Im Iserlohner Rathaus verlässt man sich sehr auf das Engagement von Werbegemeinschaft, Heimatverein und Förderverein Haus Letmathe, die viel für Letmathe bewegen. Luther: „Da werden seitens der Verwaltung und der Politik schnell die Hände in den Schoß gelegt: Dann müssen wir ja nichts tun“. Luther: „Es kann einfach nichts sein, dass der Bürgermeister in Iserlohn ein Fass voller Geld aufmacht und kaum ein Euro davon fließt nach Letmathe“.

Luther und Gantenbrink führen das Cityfest, den Weihnachtsmarkt, das Brückenfest, das Jubiläum „975 Jahre Letmathe“ und „Musik im Park“ an, alles Veranstaltungen, die ehrenamtlich von Letmathern für Letmather organisiert werden. Wie eine Farce mutet da das Schreiben aus dem Iserlohner Rathaus an den Heimatverein an, man möge sich doch bitte an dem Jubiläum „775 Jahre Iserlohn“ im kommenden Jahr beteiligen. Gantenbrink: „Wir werden auf diese Bitte nicht reagieren“.

Das passt es auch ins Bild, dass der Bürgerbewegung nach der großen Podiumsdiskussion im Februar im Saalbau, an dem auch der Bürgermeister teilgenommen hatte, eine Rechnung über mehr als 300 Euro Saalmiete ins Haus flatterte. Die Bitte um Reduzierung oder Verzicht wurde seitens der Verwaltung mit dem Hinweis auf knappe Haushaltskasse und Gleichbehandlung mit anderen Saalbau-Nutzern abgelehnt.

Luther und Gantenbrink haben weiterhin den Eindruck, dass Politik und Verwaltung in Sachen Letmathe weiterhin eine Hinhaltetaktik betreiben. „Da werden Projekte angestoßen, Fördertöpfe aufgemacht, doch letztlich verläuft alles im Sande“.

Um den Letmathern weiterhin in Iserlohn Gehör zu verschaffen, wollen Luther und Gantenbrink zeitnah monatliche Sprechstunden für die Bürgerinnen und Bürger im ehemaligen Ratssaal des alten Rathauses veranstalten. Die Zeiten werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Hartmut Becker

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Kommentare
17.07.2011
19:53
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von Stoffelchen | #16

Ich denke, dass in den Kommentaren herausgearbeitet wurde, dass Letmathe nicht benachteiligt wurde. Jedenfalls ist dies hier in den Kommentaren besser gelungen als den Herren der Bewegung in ihrer Kritik.

17.07.2011
10:36
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von thorgot | #15

Freebird und Stoffelchen haben mit ihrer Arbumentation sehr genau herausgearbeitet um was es der Bürgerinitiative geht.
Das Sie, lieber Donnerschlag, dies als Verwaltungsaktionismus und arg vereinfachte Betrachtungsweise bezeichnen, zeigt mir nur eins: Sie stellen sich nicht den Tatsachen sondern verlieren sich in Tagträumen.

16.07.2011
18:19
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von Donnerschlag | #14

# 13: Sie pflegen eine schlichte, arg vereinfachte Betrachtungsweise. Verwaltungsaktionismus, und sei er noch so öffentlichkeitswirksam, ersetzt keine substantielle Fortentwicklung. Die Vogelperspektive freilich ist eine einseitige.

16.07.2011
00:10
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von freebird | #13

Allein die Überschrift Iserlohn übt Hinhaltetaktik, die offensichtlich als Zitat der Bürgerbewegung übernommen wurde, ist doch eine Pöbelei. Hand und Fuß hat diese Aussage jedenfalls nicht.

Unverschämt ist schon allein die Aussage, dass Letmathe von der Verwaltung benachteiligt wird. Es gab doch genügend Ortstermine in Genna oder im Volksgarten, die, öffentlichkeitswirksam, durchgeführt wurden. Und dann der Verwaltung vorzuwerfen, sich nicht für die Belange Letmathes zu interessieren, ist einfach unfair und Polemik.

Da hilft auch kein Donnerschlag.

15.07.2011
23:40
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von Donnerschlag | #12

# 9, # 11: Sie verlieren die Fassung. Was, bitteschön, sollen denn unverschämte Einlassungen der Bürgerbewegung sein, was an der Kritik soll denn Pöbeln sein?

15.07.2011
22:01
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von Stoffelchen | #11

Das nötige Augenmaß fehlt den herren von der Bürgerbewegung offensichtlich. Wie freebird schon dargelegt hat, wurde Letmathe offensichtlich nicht benachteiligt. Der Artikel zeigt doch deutlich und besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass Hohenlimburg, das Hagen zugeschlagen wurde, dass die zwei Gründer es immer noch nicht überwunden haben, dass Letmathe nur noch ein Stadtteil ist. Durch diesen Artikel fördern die Herren eigentlich nur die Kritiker der Bürgerbewegung und schaden sich selbst.

An alle, die vielleicht die Kommentare unter den Artikeln lesen:

Die Herren sprechen nicht für alle Letmather, höchstens für einen kleinen Teil. Es gibt auch in Letmathe Menschen, die die Realität erkennen können und keine abstrusen und unbegründeten Forderungen stellen. Leute, die sich mit Iserlohn identifizieren und Pöbeln nicht als Freizeitbetätigung verfolgen.

15.07.2011
16:59
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von freebird | #10

Zumal scheinbar viele andere Bewohner in Letmathe sich als Iserlohner sehen. Bis auf wenige Wutbürger scheinen die meisten dagegen zu sein, dass man Iserlohner gegeneinander ausspielt.

15.07.2011
06:39
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von dagegen69 | #9

Ich bin mir sicher, dass unsere Vertreterinnen und Vertreter im Rat voll hinter Letmathe stehen. Ich bin davon überzeugt, dass sie immer nach Mitteln und Wegen suchen, Projekte in Letmathe zügig umzusetzen.

Dafür brauchen sie Mehrheiten im Rat und in den Ausschüssen und die bekommen sie nur, wenn auch Stimmen aus anderen Stadtteilen Letmather Projekte unterstützen.

Wie werden die Nicht-Letmather-Ratsmitglieder reagieren, wenn ständig so unverschämte Querschläger von Luther und Gantenbrink kommen????

14.07.2011
18:19
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von freebird | #8

Ich kann die Kritik der Initiative immer noch nicht nachvollziehen.

Letmathe hat immer noch eine wunderbare Fußgängerzone, in der man auch (kostenpflichtig zwar) parken kann. In welcher Stadt oder in welchem Stadtteil kann man fast direkt vors Geschäft fahren?

Zudem ist das Parken auf dem Neumarktparkplatz oben immer noch kostenlos. Den GANZEN Tag. Und das direkt oberhalb der Einkaufsstraße. In Iserlohn-Zentrum wird hingegen überall Parkraumbewirtschaftung eingerichtet.

Benachteiligung der Letmather? Wohl nicht!

Das Freibad Letmathe stand in der kleinen Kommission Finanzen zu keinem Zeitpunkt in Frage, obwohl zeitweise erwogen wurde, ein Iserlohner Freibad zu schließen.

Benachteiligung der Letmather? Wohl nicht!

Der Humpfertturm wird oder wurde saniert, der Bahnhof in Letmathe wurde gekauft, der Volksgarten, bzw die Entschlammung des Teiches wird nun in Angriff genommen, etc, etc.

Ich denke eher, dass das einzige Problem für manch ein Letmather ist, dass er sich auch nur als solcher sieht. Letmathe ist aber einfach nur noch ein Stadtteil von Iserlohn. Genauso wie Hennen und Kalthof oder die Altstadt. Und wenn man nun das Vorgehen der Verwaltung unter diesem der Realität entsprechenden Aspekt sieht, dann wird Letmathe in keiner Weise benachteiligt.

Die Überschrift des Artikels ist aber auch wieder mal sehr gut getroffen. Iserlohn übt Hinhaltetaktik. Da haben die beiden Gründer der Initiative doch schon deutlich gemacht, dass sie eigentlich wenig Interesse haben, sich in Iserlohn zu integrieren. Wie soll man mit solchen Leuten denn umgehen? Hier geht es doch nicht um Zusammenarbeit, sondern darum, dass einfach mehr Geld nach Letmathe fließt. Komischerweise hat sich noch kein Kalthofer dazu entschieden, für seinen Ortsteil gegen die bösen Iserlohner vorzugehen. Herr Gantenbrink und Herr Luther erweisen durch ihr Engagement Letmathe einen Bärendienst und unterstützen die Spaltung unserer schönen Stadt.

14.07.2011
16:38
„Iserlohn übt Hinhaltetaktik“
von Donnerschlag | #7

# 6: Die politischen und gesellschaftlichen Mechanismen sind wie sie sind. Das ist in Berlin nicht anders als in Düsseldorf oder in Iserlohn. Wer im Bund, im Land oder in einer Stadt keine Lobby hat, fällt durchs Sieb. Letmathe hat seine Interessen zu vertreten, andere Iserlohner Vororte ihre. Fühlt sich Letmathe in der Iserlohner Politik und Verwaltung als zu kurz gekommen, muss es dagegen halten, auch durch nachdrückliches öffentliches Engagement außerhalb der etablierten Strukturen.

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