Immer wieder bröckelt der Hang

Der Hang an der Igelstraße verursachte schon in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Noch ist unklar, wann sie wieder in Angriff genommen werden.
Der Hang an der Igelstraße verursachte schon in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Noch ist unklar, wann sie wieder in Angriff genommen werden.
Foto: IKZ

Grüne..  Warnbaken und ein Tempo-30-Schild sind die untrügerischen Zeichen für eine Baustelle. Doch an der Igelstraße, kurz bevor der Verkehrsteilnehmer aus Richtung Iserlohn kommend den Ortsteil Grüne erreicht, ist die Lage etwas komplizierter. Schild und Baken stehen zwar längst, aber sonst wirkt der Bereich ziemlich verwaist. Eine vergessene Baustelle? „Nein“, teilt der Landesbetrieb Straßen.NRW auf eine erste Nachfrage der Redaktion mit. Es handele sich bei der Igelstraße, die als Landstraße 743 geführt wird, um einen Vorgriff auf eine kommende Maßnahme.

Beim zweiten Anruf fallen die Begriffe „Stützwand“ und „Böschungssicherung“, doch es sei noch unklar, wann es losgehe. Dafür gibt’s aus Hagen eine Begründung für die Geschwindigkeitsbeschränkung: „Die Baken stehen auf der Fahrbahn, deshalb mussten wir das Tempo auf 30 reduzieren.“

Auffällig ist, dass die Baken die Zufahrt zu einem Carport versperren – auch das habe einen Grund: „Der Carport ist widerrechtlich gebaut worden und wird zur Zeit nur geduldet“, erklärt Straßen.NRW. Es bestehe zudem die Gefahr, dass oberhalb dieser Bebauung Felsbrocken herausbrechen. „Wir müssen sicherstellen, dass dort nichts passiert.“

Anlieger berichten, dass der jetzige Zustand bereits seit Herbst vergangenen Jahres bestehe. Risse im Fels in der Nähe des Carports -hätten zur selben Zeit für dessen Sperrung gesorgt. Regelmäßig werde der Hang zwar kontrolliert, aber Maßnahmen, die eine langfristige Sicherung des Felsens bezwecken könnten, lassen auf sich warten. Prüfungen mit Bohrungen und der Entnahme von Gesteinsproben habe es zuletzt im Dezember gegeben. Bunte Markierungen belegen die Untersuchungen. Im Januar seien dann aus einer Wand im nördlichen Hangbereich erneut Brocken abgestürzt. „Es reißt und reißt aber es passiert nichts Entscheidendes“, klagt eine Anliegerin.

Sie wohnt zwar erst seit den 90er Jahren dort, das Unglück von 1987 ist jedoch präsent. Damals stürzte kurz vor Weihnachten in der Nacht eine Mauer ein – unweit der Stelle, aus der es jetzt auch im Januar bröckelte. Die Igelstraße, damals noch die B7, und die nahe verlaufende Bahnstrecke mussten gesperrt werden. Die damaligen Bewohner des Hauses gelangten zunächst nur über eine Leiter, später über eine provisorische Holztreppe auf die Straße.