Horror-Kurzfilm überzeugte die Jury

Der Hauch einer „Oscar“- Verleihung war zu spüren, als  Yannis Kalthoff für seinen  Film „Last Night-Video“ ausgezeichnet wurde.
Der Hauch einer „Oscar“- Verleihung war zu spüren, als Yannis Kalthoff für seinen Film „Last Night-Video“ ausgezeichnet wurde.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
“...und der Gewinner ist“ – Im Gymnasium durften sich jetzt einige Schüler wie bei einer „Oscar“-Verleihung fühlen.

Letmathe..  Tagsüber tanzen Elfen am Rupenteich und nachts treiben Monster ihr Unwesen an dem Iserlohner Ausflugziel.

Der Letmather Gymnasiast Yannis Kalthoff hat sich das Areal unterhalb des Danzturms für seinen Horror-Kurzfilm „Last Night“ ausgesucht, der am Gymnasium im Rahmen eines Kunstkurs-Projektes als „Bester Film“ ausgezeichnet worden ist.

Das Projekt wurde vor drei Monaten von Kursleiter Sebastian Smolka initiiert. „In den letzten zwei Jahren sind an der Schule bereits Animations- und Zeichentrickfilme entstanden, diesmal wollten die Kunstkurse neue Wege gehen und zeigten großes Interesse an Horror- und Mystery-Filmen. Durch die Einrichtung von Computerarbeitsplätzen für den Kunstunterricht können wir an unserer Schule inzwischen auch umfassend den Bereich Multimedia integrieren“.

Im Gespräch mit der Redaktion erläuterte Yannis Kalthoff, dass für die Filmproduktion durch Kursleiter Smolka einige Regeln aufgestellt wurden, die eingehalten werden mussten. Die Teilnehmer hatten ein selbst geschriebenes Storyboard und Drehbuch einzureichen. Verboten waren ebenfalls zu große Gewaltexzesse.

Gedreht hat Yannis Kalthoff seinen Film mit einer HD-fähigen Spiegelreflex-Kamera, einer EOS 600 D von Canon, die über einen Videomodus verfügt. Kalthoff: „Mit solch einer Kamera zu filmen ist ungewöhnlich“, beschreibt er seine ersten Erfahrungen. Anfängliche Schwierigkeiten waren recht schnell überwunden.

Nachdem die Szenen „im Kasten waren“ hatt Yannis die Sequenzen noch zu schneiden. „Das kostete mich zwei schlaflose Nächte“, erinnert er sich.

Zur Handlung: Fünf junge Leute nutzen den Weg durch den Stadtwald am Rupenteich vorbei als Nachhauseweg. Sie kommen alle von einer Party, bei der auch Drogen konsumiert wurden. Plötzlich ist ein Mädchen verschwunden, die Drogen haben es in ein Monster verwandelt, das nach und nach die restlichen Gruppenmitglieder tötet. Für Kostüme und Maske haben die Darsteller selbst gesorgt, so kamen ein Messer, ein zerrissenes und mit (Kunst-)Blut besudeltes T-Shirt zum Einsatz. Verletzungen am Körper wurden mit Latex und Farbe täuschend echt geschminkt.

Projektleiter Sebastian Smolka: „Alle waren sich bewusst, dass mit der Filmproduktion auch viel private Arbeitszeit auf sie Kursteilnehmer zukommt“.

Über aller Arbeit schwebte stets das Zitat des berühmten Filmregisseurs Stanley Kubrik („2001 -Odyssee im Weltraum“): Man kann alles über den Film lernen, in dem man selbst einen schafft“.

Auch die anderen Gruppen opferten viel Freizeit, um ihre Beiträge zu produzieren. Dazu Schüler Jakob Stitz: „Für den Schnitt unseres Films waren schnell 30 Stunden zusammen gekommen“.

Filmproduktion nach dem Abitur nur noch als Hobby

Kursleiter Sebastian Smolka zollte allen Teilnehmern ein großes Lob: „Alle Gruppen haben in der Vorbereitung gelernt, wie Stimmungen erzeugt und die Fantasie angeregt werden kann“. Große Spannung lag dann über dem Premierenabend, bei dem die jungen Filmschaffenden ihre Ergebnisse der Jury, dem Kollegium des Gymnasiums und den anwesenden Eltern präsentierten. Neben dem Film von Yannis Kalthoff wurden ausgezeichnet die Gruppen von Jakob Stitz und Melina Winkler (bester Schnitt bzw. beste weibliche Rolle) sowie Jan Hesse und Baptiste Bitter (bester Horrordarsteller bzw. beste männliche Rolle).

Yannis Kalthoff, der nach den Ferien in die Q 1 (11. Klasse) wechseln wird, möchte das Filmen gern als Hobby weiter betreiben. „Nach meinem Abitur will ich beruflich in der Fahrzeugbranche Fuß fassen“.