Hexion bald unter Größten der Welt
19.07.2007 | 10:33 Uhr 2007-07-19T10:33:39+0200Letmathe. (rau) Letmathe wird voraussichtlich bald schon der größte deutsche Standort eines der weltgrößten Chemiekonzerne sein. Denn Hexion steht vor dem Sprung in eine andere Dimension.
Die Unternehmensgruppe "Hexion Specialty Chemicals", zu der das ehemalige Bakelite-Werk Letmathe seit ein paar Jahren gehört, hat zum großen Coup ausgeholt. Mit der finanzstarken "Apollo"-Beteiligungsgesellschaft im Rücken schickt sich Hexion an, den doppelt so großen US-Chemiekonzern Huntsman zu schlucken.
Dabei geht es um gigantische Dimensionen. Huntsman ist ein Produktions- und Handelsunternehmen der Chemiebranche mit 14 000 Mitarbeitern und 75 Niederlassungen in 24 Ländern. Er setzt jährlich 13 Milliarden Dollar um, während Hexion weltweit "nur" 7 000 Mitarbeiter beschäftigt und einen Jahresumsatz von 5,2 Milliarden Dollar aufweist. Durch den Zusammenschluss würde ein Chemiekonzern entstehend, der sich unter die weltweit führenden Branchenriesen einreihen könnte und sich für die boomenden Märkte im asiatisch-pazifischen Raum besonders gut aufgestellt sieht.
Welche Auswirkungen solch eine "Elefantenhochzeit" auf den Standort Letmathe hat, ist noch unklar. Peter Loscocco, Vizepräsident für Öffentlichkeitsarbeit in der Hexion-Zentrale in Columbus/Ohio, versichert aber jetzt schon, dass Letmathe in dem neuen Großkonzern "eine wichtige Rolle spielen wird". Der Betriebsrat unter Leitung von Bernd Rau hält sich mit einer Bewertung noch zurück. "Wir haben eine Anfrage an die Arbeitnehmervertretung in der Business-Leitung gerichtet, um zu erfahren, was auf uns zukommt." sagte Rau.
Vor wenigen Wochen sah es noch so aus, als würde der niederländische Chemiekonzern Basell den großen Deal machen. Basell hatte 5,6 Milliarden Dollar (ohne Schulden) für Huntsman geboten, 25,25 Dollar je Aktie. Doch mit Apollo im Rücken übertrumpfte Hexion den Konkurrenten im Übernahme-Poker und bot 6,5 Milliarden Dollar, 28 Dollar pro Aktie. Die Fachwelt erwartet allgemein, dass der Huntsman-Aufsichtsrat diesem Angebot zustimmen wird.
Mit Stephan Füßl hat der deutsche Hexion-Zweig, die "Hexion Specialty Chemicals GmbH", in Letmathe seit Mai einen neuen Geschäftsführer. Der 41-jährige Betriebswirt, ein gebürtiger Gelsenkirchener, ist seit 1999 bei Bakelite/Hexion beschäftigt. Drei Jahre lang leitete er das Finanzcontrolling in Letmathe, bevor er die Tochtergesellschaft Taro Plast S.p.a in Spanien unter seine Fittiche nahm. Zuletzt war er verantwortlich für den Vertrieb der Phenolharze und Formmassen in Zentral- und Osteuropa. Der bisherige Geschäftsführer Dr. Michael Bergmann hat nach Angaben der Geschäftsleitung auf eigenen Wunsch Hexion verlassen.
Bei der Werkleitung hatte es bereits im vergangenen Jahr einen Wechsel gegeben. Der 46-jährige Martin Koch aus dem Stübbeken hat diese Aufgabe übernommen. Sein Vorgänger Herbert Knorr hat ebenfalls das Unternehmen verlassen und in Mannheim eine neue Aufgabe übernommen. Koch ist seit 1989 bei Bakelite/Hexion beschäftigt und war zuletzt Produktionsleiter für Phenolharze.
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