Hexenküche stillt Wissensdurst

Häschen Iserlohn größer als Häschen Hagen? Joachim Hecker ist dieses Kunststück mit Larissas Hilfe gelungen. Dafür schwitzte Hagen 30 Minuten im Schnellkochtopf.
Häschen Iserlohn größer als Häschen Hagen? Joachim Hecker ist dieses Kunststück mit Larissas Hilfe gelungen. Dafür schwitzte Hagen 30 Minuten im Schnellkochtopf.
Foto: IKZ

Oestrich..  Was passiert mit Styropor im Schnellkochtopf? Wie wird Kunstschnee hergestellt? Und: Warum hört sich der Mitschnitt der eigenen Stimme eigentlich so schrecklich an?

Die Bartholomäus-Grundschüler aus Oestrich können diese und viele weitere Fragen jetzt beantworten. Ausnahmsweise haben sie das nicht ihren Elten oder Lehrern zu verdanken, sondern in erster Linie dem Förderverein ihrer Schule. Der holte Joachim Hecker, Wissenschaftsredakteur des WDR, an die Unterfeldstraße. Und was Hecker in seiner Hexenküche alles anzündete, zusammen mixte und ausprobierte, faszinierte nicht nur die Schüler, die eine entscheidende Rolle bei der einstündigen Vorstellung in der Turnhalle spielten.

Wunderkerzen brennen unter Wasser einfach weiter

„Mir haben die Wunderkerzen am besten gefallen“, sagte Celina-Joy. Für dieses Experiment holte sich Hecker die Hilfe von Vincent, der eine Wunderkerze anzündete, die dann in einem Wasserbehälter verschwand und sofort erlosch – nachvollziehbar. Dann hielt Vincent aber das Feuerzeug an zehn zusammengebundene Wunderkerzen, die Hecker wieder ins Wasser steckte – und die erst nach einer Weile ausgingen. Nun hätte sich Hecker vor die Schüler hinstellen und ihnen erklären können, warum die Wunderkerzen erst mit Verzögerung ihren Geist aufgaben. Aber das wollte er lieber von den Schülern hören. Tami hatte schließlich die zündende Idee: „Vielleicht hatten die noch Sauerstoff gespeichert“, überlegte er laut – und lag damit goldrichtig.

Würde sich Tami seine Vermutung später noch einmal anhören, würde er sich wohl schütteln, klingt doch die eigene Stimme total verfremdet. Die Erklärung: „Wenn wir reden, hören wir auch den Teil unserer Stimme, der durch den Schädel wandert“, erklärte der Wissenschaftsjournalist. Das nimmt das Mikrofon nicht auf. Mit dem Abhörkopf eines Stethoskopes gelang es ihm, auch diesen Teil der Stimme hörbar zu machen. Und wieder ging ein Raunen durch die Turnhalle. Ebenso staunten die Schüler, als sie sahen, wie stark Styropor schrumpft, wenn es für etwa 30 Minuten bei 180 Grad im Wasserbad gekocht wird.

Vollkommen hin und weg waren die knapp 90 Dritt- und Viertklässler vom Kunstschnee, den Hecker mithilfe von Ronja herstellte. Das Geheimnis ist das sogenannte Windelpuder, das sich beim Kontakt mit Wasser vollsaugt. Dass es auch nicht brennt, bewies Hecker, indem er sich ein Feuerzeug an den Finger hielt, den er vorher mit dem Pulver eingerieben hat. „Sonst müsste ich mit Verbrennungen mittleren Grades ins Krankenhaus“, scherzte er.