Gerüche – von Lobbe oder doch von anderswo?

Die Firma Lobbe am Stenglingser Weg gilt als Geruchsquelle. Das Unternehmen dementiert die Vermutung jedoch.
Die Firma Lobbe am Stenglingser Weg gilt als Geruchsquelle. Das Unternehmen dementiert die Vermutung jedoch.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Ein ganzer Stadtteil rätselt: Warum stinkt es bei uns immer wieder? Die Behörden haben Lobbe als Verursacher im Visier, doch am Stenglingser Weg wird die Schuld von sich gewiesen.

Letmathe.  „Es stinkt ekelig nach Gülle.“ „Die Fäulnisgase sind kaum zu ertragen.“ „Ein beißender Gestank!“ Kommentare wie diese waren am Freitag, 16. Januar, auf der Internetplattform „facebook“ dutzendweise zu lesen. Eine Wolke unangenehmer Gerüche verbreitete sich von den Mittagsstunden bis in den Abend über ganz Letmathe. Beschwerden von „facebook“-Nutzern kamen aus allen Ecken der Letmather Innenstadt, von der Brinkhofstraße und von Pater und Nonne, aus Genna und aus dem Nordfeld, sogar aus dem Stübbeken und Grürmannsheide. Und dies nicht nur am 16., sondern auch noch am Montag, 19. Januar.

Feuerwehr stundenlang im Einsatz, Brief an Behörden

Woher diese Gerüche kamen und ob sie schädlich oder unschädlich waren, blieb den Internetnutzern verborgen. Die Feuerwehr war stundenlang mit dem Vorfall beschäftigt, rückte mehrmals aus und nahm Messungen vor, fand schließlich am Abend die Quelle des Übels: „Es ist ein Betrieb am Stenglingser Weg“, ließ die Feuerwehr verlauten. Den Namen nannte sie nicht.

„Viele Gerüchte und Verdächtigungen kamen auf, eine klare Stellungnahme der Behörden gab es nicht“, bedauert Sylvia Olbrich, betroffene Anwohnerin der Overweg­straße. Ihr stank nicht nur der Geruch selbst, sondern auch der Umstand, dass sie von der Stadt und von der Bezirksregierung „ keine genaue Auskunft bekam“. Deshalb machte sie ihrem Ärger in einem offenen Brief Luft – und den schickte sie gleich an vier Adressen: Stadverwaltung, Stadtwerke, Märkischer Kreis und Bezirksregierung Arnsberg.

Mehrere Fragen möchte sie beantwortet wissen: Woher kam der Gestank? Waren die Stoffe gesundheitsgefährlich? Welche Konsequenzen wurden gezogen? Wieso wurden die Anwohner nicht zeitnah informiert? Die Heimatzeitung nahm die Recherchen auf und kann einen Teil der Fragen beantworten: Zuständig für die Überprüfung war die Bezirksregierung. Deren Mitarbeiter nahmen die Firma Lobbe als mutmaßlichen Verursacher ins Visier. „Das Betriebsgelände wurde inspiziert“, berichtet Christien Chmel-Menges, Sprecher der Bezirksregierung.

Lobbe bezweifelt, Urheber der Geruchsbelästigung zu sein

„Es gab ein Gespräch mit dem Betriebsleiter“, sagt Chmel--Menges. Lobbe sei zwar nicht eindeutig als Verursacher ausgemacht worden. Vermutlich seien die Gerüche aber dort bei der Behandlung bestimmter Schlämme entstanden. Eine Gefahr für die Gesundheit sei davon nicht ausgegangen, weder für die Lobbe-Mitarbeiter noch für die Bevölkerung. Wie Chmel-Manges weiter erklärte, sind keine Verstöße gegen Vorschriften festgestellt worden. Man habe die Firma Lobbe bei dieser Gelegenheit jedoch aufgefordert, die Behandlung solcher Abfälle künftig unverzüglich zu melden.

Ein Sprecher der Firma Lobbe äußerte dagegen „erhebliche Zweifel, dass wir die Verursacher der Geruchsbelästigung sind“. Zum einen habe das Unternehmen an den beiden Tagen gar keine Schlämme behandelt, von denen solche Gerüche hätten ausgehen können. Zum zweiten habe nach seiner Kenntnis am fraglichen Freitag ein mäßiger Südwestwind geherrscht. Das spreche dafür, dass die Geruchswolke eher aus Richtung Hohenlimburg gekommen sei und von dort über Letmathe und Oestrich gezogen sei. Unangenehm riechende Stoffe gebe es bei Lobbe schon mal, aber nur innerhalb des Betriebsgeländes.