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Genna aufwerten: Angler würden eine kleine Flussaue begrüßen

23.04.2010 | 17:48 Uhr
Genna aufwerten: Angler würden eine kleine Flussaue begrüßen

Letmathe. Eine kleine Flussaue, durch die sich ein schmaler Nebenarm der Lenne schlängelt. Das wäre für den Stadtteil Genna eine Bereicherung, die auch die Angler begeistern könnte.

Matthias Westerweg, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Letmather Sportfischervereine, ist jedenfalls von dieser Idee sehr angetan: „Ein schönes Rückzugsgebiet für Fische.” In der letzten Folge unserer Serie „Genna, wohin?” äußert er sich zu möglichen Zunkunftsperspektiven für den Stadtteil. Die Sportangler sind nicht abgeneigt, im Rahmen des „Regionale”-Projekts „Lenneschiene” von Fördermitteln aus Düsseldorf zu profitieren.

Im Großen und Ganzen sind die Angelvereine mit der Lenne als fließendem Fischgewässer zufrieden. Einer Aufstauung des Flusses, zu welchem Zweck auch immer, aber würden sie mit großer Skepsis begegnen. „Das würde den Charakter des Flusses und die Lebenswelt im Wasser völlig verändern”, warnt Westerweg. Aus seiner Sicht wäre es viel konsequenter, den Fluss durch den weiteren Abbau von Wehren von der Mündung bis zur Quelle für alle Fische durchgängig zu machen.

Gegen einen Rad- und Wanderweg am Lenneufer haben die Angler vom Grundsatz her nichts einzuwenden. Sie haben nur Bedenken in zweierlei Hinsicht. Zum einen befürchten sie, dass die Lenneufer durch Spaziergänger und Radwanderer noch mehr als bisher „zugemüllt” werden. Deshalb sehen sie Rastplätze direkt am Fluss als besonders problematisch an. Zum anderen macht Matthias Westerweg darauf aufmerksam, dass ein Radweg „mindestens zwei Meter höher als der Wasserspiegel liegen müsste. „Sonst würde der Weg bei Hochwasser regelmäßig mit Schlamm, Ästen und Abfällen zugedeckt. Und wer macht das wieder sauber?!”

Gegen ein kleines Cafe´ an der Lenne hat Westerweg privat nichts einzuwenden. Man müsste nur klären, wer es betreibt. Eine so große Steganlage wie sie von Rainer Großberndt vorgeschlagen wird, hält er allerdings für unrealistisch. „Das müsste sehr solide auf Beton gegründet werden. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Behörden für den Gewässer- und Naturschutz so etwas mitmachen.”

Neue Idee und Kontroversen - Auswertung der Serie

Wie soll die Zukunft von Genna aussehen? Firmen, Bürger und Vereine in Genna haben sich mit neuen Ideen und Aspekten, teils kontroversen Standpunkten in die Diskussion eingebracht.

„Genna, wohin?” hatte die Heimatzeitung gefragt und in zehn Folgen Bürger, Vereine und Firmen um ihre Meinung gebeten. Die Bemühungen der Stadt, das Viertel über das „Regionale-Projekt „Lenneschiene” an millionenschwere Fördertöpfe heranzuführen, werden allgemein anerkannt. Was aber konkret verbessert werden soll, dazu gibt's unterschiedliche Ansichten.

Befragt wurden die „Schule für Physiotherapie”, die Firma Schütte, Meyer & Co., das Ehepaar Hubert und Cornelia Rittmeier, das Ehepaar Bernd und Monika Pollmeier, die Schreinerei Diener & Wissing, Möbelspediteur Manfred Gerbersmann, der Schützenvereinsvorsitzende Werner Sinner, Hans Obergruber vom Förderverein Naturschutz MK, die Türkisch-Islamische Gemeinde und die Interessengemeinschaft der Letmather Sportfischervereine.

Hier einige wichtige Ideen und Erkenntnisse:

Viele sind mit ihrem Stadtteil weitgehend zufrieden und möchten, dass die Strukturen ohne große Veränderungen erhalten bleiben.

Ein dringender immer wiederkehrender Wunsch ist die Verschönerung und Nutzung des Bahnhofs sowie die Aufwertung des Straßenbildes und der Häuserfassaden.

Kontrovers diskutiert werden Straßenbaumaßnahmen und Vorschläge für die Grünflächen östlich des WFG-Gelände. Die einen hätten gern ein Naturgebiet (Auen) oder einen Spielplatz die anderen bevorzugen ein neues Wohngebiet.

Genna zieht mit der Schule für Physiotherapie täglich 50 Auszubildende an, die sich einen schöneren Schulweg wünschen.

Die türkisch-islamische Gemeinde öffnet sich, bietet ihre Mithilfe an, um Genna zu verschönern. Sie wünscht sich mehr Spielmöglichkeiten für die vielen Kinder.

Der Förderverein Naturschutz befürwortet einen Wanderweg mit Aussichtsplattform oberhalb der Abbruchkante des Helmke-Steinbruchs.

Flussnahe Rad- und Wanderwege werden allgemein begrüßt, ein Cafe am Fluss ist für die einen eine gute Idee, für die anderen unrealistisch.

Helmut Rauer

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