„Geht’s um Jesus oder um Ostern?“

Im Kindergarten St. Josef zeigen Ben, Max, Fiene, Lia und Kaan, was sie für Ostern gebastelt haben. An der Osterkerze wurden die Symbole besprochen.
Im Kindergarten St. Josef zeigen Ben, Max, Fiene, Lia und Kaan, was sie für Ostern gebastelt haben. An der Osterkerze wurden die Symbole besprochen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Wie sich Kinder im Kindergarten St. Josef auf das höchste Christenfest vorbereiten.

Stübbeken..  „Was ist für euch das Wichtigste an Ostern? Drei Jungen und zwei Mädchen von vier bis sechs Jahren sitzen an einem kleinen Tischchen im Kindergarten St. Josef dem Redakteur der Heimatzeitung gegenüber. Kaum hat der seine Frage ausgesprochen, prasseln auch schon die Antworten auf ihn ein. Der Älteste der Kindergruppe verblüfft den Redakteur, indem er erst Mal nachhakt, was mit der Frage gemeint ist: „Das Wichtigste von Jesus oder das Wichtigste von Ostern?“ Als ob der Pfiffikus sagen wollte: Das sind ja wohl zwei Welten, die man unterscheiden muss!

Das Wichtigste ist natürlich, dass der Osterhase kommt

Lässt man Jesus aus dem Spiel ist die Antwort leicht: „Dass der Osterhase kommt und dass wir Süßigkeiten essen!“, platzt es aus dem Sechsjährigen heraus. Und die anderen Kinder stimmen zu. „Ich habe schon mal ein Laufrad geschenkt bekommen“, erzählt ein vierjähriges Mädchen stolz. „Und ich eine Puppe“, verkündet ihre fünfjährige Freundin. Größere Ostergeschenke sind offenbar seit Jahren üblich. Aber längst nicht überall. Ein Fünfjähriger ist über Puppe und Rad sichtlich erstaunt: „Bei uns gibt es nur Süßigkeiten.“

Damit ist die nächste Frage „Was ist das Schönste an Ostern?“ eigentlich schon beantwortet. Das Eiersuchen. „Letztes Jahr war hinter der Couchlücke eine Riesentüte mit Süßigkeiten“, jubelt ein Mädchen. Festessen und Verwandtenbesuch sind für die Kinder kein Thema, dann schwärmen sie lieber vom Verreisen. „Ich war in Holland“, erzählt die Fünfjährige. Und Kindergartenleiterin Ursula Sichelschmidt bestätigt diesen Trend: Etwa ein Viertel der Eltern haben dieses Jahr ihre Kinder in den Ferien abgemeldet.

Die einen gehen Ostern in die Kirche, die anderen nicht

„Und wer von euch geht Ostern in die Kirche?“ Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus: „Mein Papa und meine Mama glauben nicht an Gott,“ sagt der eine. „Wir gehen an Feiertagen immer in die Kirche“, hält ein anderer dagegen, wobei seine Stimme nicht gerade begeistert klingt. Zwei Mädchen - vier und fünf - zucken gleichgültig die Achseln: „Weiß nicht“.

Am katholischen Kindergarten St. Josef liegt es nicht, wenn die Begeisterung für das Kirchliche fehlt. Das Religiöse ist hier ein ganz wichtiges Element der Erziehung. Regelmäßig finden Gottesdienste und Andachten stand, zu denen auch die Eltern eingeladen sind. Am Gründonnerstag haben die Erzieherinnen mit den Kindern zur Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu Christi roten Traubensaft getrunken und Fladenbrot gegessen, dass sie selbst im Kindergarten gebacken hatten.

In einer „religiösen Ecke“, die man nicht übersehen kann, wenn man den Kindergarten betritt, sind immer passend zur Jahreskreis biblische Szenen dargestellt. Zurzeit sind dort, aus Holzfiguren und Tüchern ins Szene gesetzt, der Einzug Jesu in Jerusalem und das Letzte Abendmahl zu sehen. Die Erzieherinnen scheuen sich nicht, mit den Kindern auch über den Tod Jesu am Kreuz zu sprechen. Ein Mädchen fragte erschüttert: „Warum sind die Leute so gemein?“ „Kinder haben eine Antenne für das Religiöse“, sagt Erzieherin Stefanie Buschkämper. Ob die Eltern nun zur Kirche gehen oder nicht.

Viele kleine Ostergeschenke haben die Kinder in den vergangenen Wochen natürlich auch gebastelt: Häschen aus bunter Pappe, Eierbecher, Ostereier in allen Farben. Für das Eierfärben fand eine Erzieherin übrigens im Internet einen neuen Trick: Man nehme eine Salatschleuder....