Gehörlose in der Regelschule - warum nicht bei uns?
14.12.2009 | 15:41 Uhr 2009-12-14T15:41:00+0100
Letmathe. Zu ihrer Weihnachtsfeier sind am Samstag rund 70 Mitglieder des Kreisverbandes der Gehörlosen im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus zusammengekommen.
Vor dem Kaffeetrinken hatten sie einen Gottesdienst in der Friedenskirche besucht, der von der Gehörlosen-Seelsorgerin Christine Brokmeier gehalten worden war und der unter dem Thema „Jesus Christus, Gottes Sohn und Retter - der Fisch der Christen und Weihnachten” gestanden hatte. Im Anschluss daran wurden die Mitglieder und Gäste vom Vorsitzenden Dieter Schmale im großen Saal des Gemeindehauses begrüßt. Unter den Gästen waren auch die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag und ihr Mirarbeiter Rolf Kaiser. Freitag betonte, dass sie wieder gern zu dieser Feier ihrer gehörlosen Freunde gekommen ist und das dieses vorweihnachtliche Treffen stets einen Stammplatz in ihrem Terminkalender habe.
Ein besonders herzliches Willkommen galt außerdem Pfarrer i. R. Klaus Marquard, dem Vorgänger von Pastorin Christine Brokmeier als Gehörlosen-Seelsorger.
Und zwei weitere Gäste galt es zu begrüßen: Ina Tomczak vom Letmather Gymnasium und ihren Lehrer Horst Dahmen. Ina hatte in diesem Jahr an einem Schüleraustausch mit der Partnerschule in Indianapolis teilgenommen. Während ihres Aufenthaltes wohnte Ina in der Familie von Geoffrey Bignell. Er ist, ebenso wie seine Schwester, gehörlos. So gestaltete sich die Kommunikation mit Geoffrey für Ina etwas schwierig. Zunächst kaufte sich Ina ein Wörterbuch für die englische Gebärdensprache und lernte einige Handzeichen. Hilfe kam auch von Geoffreys Mutter, einer Dolmetscherin für Gebärdensprache.
Geoffrey kann in Indianapolis am Unterricht einer Regelschule teilnehmen, weil er seinen eigenen Gebärendensprache-Dolmetscher hat. Dazu Dagmar Freitag: „Es loht sich, auch einmal über die eigenen Grenzen hinaus zu schauen, und es wäre schön, wenn es so etwas auch bei uns geben würde”.
Im Frühjahr werden Geoffrey, sein Dolmetscher und weitere Schüler der Partnerschule zu einem Gegenbesuch in Letmathe erwartet und so holten sich Ina Tomczak und ihre Lehrer Horst Dahmen einige Tipps bei den Gehörlosen, wie sie den Aufenthalt von Geoffrey vor Ort gestalten können. Für die Übersetzung in Gebärdensprache der Grußworte und Vorträge war an diesem Nachmittag Frauke van Ophuiysen verantwortlich. Ein weiterer Gast war Karl-Heinz Heßling aus Hemer, der den anwesenden Gästen die Landesgartenschau Hemer 2010 nahebrachte. Heßling engagiert sich ehrenamtlich für die Gehörlosen und wird zusammen mit der Stadt Hemer und dem Kreisverband einen Film über die LaGa produzieren. Damit möchte Heßling alle Gehörlosen einladen, sich die Gartenschau 2010 nicht entgegen zu lassen.
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