Fürst will in seinem Wald Windräder bauen lassen

Auf Windkraft in der Schälker Heide setzen (v. li.) Ute Schulmeister (ABO Wind), Judith Westphal (Fürstliche Kanzlei)Georg v. Aretin (ABO Wind) Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg und Alexander Koffka (ABO Wind).
Auf Windkraft in der Schälker Heide setzen (v. li.) Ute Schulmeister (ABO Wind), Judith Westphal (Fürstliche Kanzlei)Georg v. Aretin (ABO Wind) Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg und Alexander Koffka (ABO Wind).
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
In drei oder vier Jahren sollen auf der Schälker Heide bis zu vier 200 Meter hohe Windräder stehen. Maximilian Fürst von Bentheim-Tecklenburg ist überzeugt, dass er die Stadt und die Bürger dafür gewinnen kann.

Stübbeken/Schälk/Grürmannsheide..  Bis zu vier 200 Meter hohe Windkraftanlagen möchte Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg in seinem Wald auf der Schälker Heide errichten. Sie sollen „sauberen Strom“ für 20 000 Menschen liefern (Haushaltsversorgung). Das Projekt liegt in Händen der Firma ABO Wind (Wiesbaden) In drei oder vier Jahren soll der Bau beginnen. Bis dahin hoffen Fürst und Firma, möglichst viele Bürger und die Stadt für ihre Pläne zu gewinnen.

Beim Pressegespräch am Donnerstag im „Gasthof zum Schälk“ lag neben einer dicken Infomappe auch eine Fotomontage. Sie zeigt: Vom Stübbeken aus sind nur die Spitze des Windradturms und die Rotorblätter zu sehen. Ein Lageplan veranschaulichte auch gleich, wie weit die vier Anlagen nach den ersten Entwürfen von der nächsten Wohnbebauung entfernt sind: 773 Meter zum Schälk, 827 Meter zum Stübbeken, 620 Meter nach Bürenbruch und über 1000 Meter zur Rotehausstraße, Grürmannsheide.

Auswirkung auf Landschaft gering eingeschätzt

„Die Anlagen fallen kaum ins Auge und sie sind besser geworden“, sagte Fürst Maximilian. „40 Dezibel kommen bei der nächsten Wohnbebauung im Stübbeken noch an, das ist leiser als unsere Unterhaltung hier.“ Vom Infraschall gehe keine Gefahr aus. Auch in den Natur- und Vogelschutzbestimmungen sehen die Planer keine unüberwindlichen Hindernisse. Die alleinige Tatsache, dass ein Rotmilan 800 Meter entfernt von einer Windkraftanlage niste, sei noch kein Grund, die Genehmigung zu versagen. „Bei der rechtlichen Prüfung schaut man heute viel genauer hin,“ erläuterte Georg v. Aretin von „ABO Wind“. „Milane suchen ihre Nahrung meist auf Feldern, besonders gern auf frisch gepflügten Äckern. Wenn sie also zum Jagen nicht in den Wald, sondern in die entgegengesetzte Richtung fliegen, sollten die Windenergieanlagen sie nicht stören.“ Dieses Verhalten der Vögel könne man unterstützen, indem man ihnen an richtiger Stelle Flächen mit attraktiver Nahrung anbietet, zeigte der Fürst Möglichkeiten der Einflussnahme auf.

Auf den Vorhalt der Presse, dass man mit fünfstelligen Pachterträgen pro Windrad im Jahr gut Geld verdiene, antwortete der Fürst, bei kleineren Anlagen könnte es auch weniger sein. Vor allem aber wies er darauf hin, dass viele Wälder durch den Klimawandel geschädigt seien („Jede dritte Eiche ist kaputt“). Der Ausbau regenerativer Energien liege „im Interesse aller, die unsere Wälder erhalten und Natur noch erleben wollen“.

Gute Renditen als eine Voraussetzung für den Erfolg

Georg v. Aretin ergänzte: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn es Leute gibt, die auch Geld daran verdienen“. Das Fürstenhaus und ABO Wind wollen durch „frühe und umfassende Informationen“ in Gesprächen mit den Bürgern und mittels Internet (www.windpark-schaelk.de) Transparenz schaffen und Akzeptanz erreichen. Für den 29. September ist eine „Schälker Windpark-Info-Messe“geplant. Anwohner können anregen, welche Experten dazu eingeladen werden.

Mit örtlichen Partnern wie Banken oder Sparkassen sollen Modelle entwickelt werden, wie sich Bürger finanziell beteiligen und Vergünstigungen bekommen können. Bereits seit fünf Jahren bietet ABO Wind eine Bürger-Wind-Aktie an, die sich europaweit aus Erträgen von 62 Anlagen speist - mit bis zu sieben Prozent Rendite.