Frauenmahl mit Tischreden zum Thema „Ich habe genug“

Superintendentin Martina Espelöer (Vierte von links) und die Frauenmahl-Kooperationspartnerinnen der Frauenarbeit im Kirchenkreis laden ein.
Superintendentin Martina Espelöer (Vierte von links) und die Frauenmahl-Kooperationspartnerinnen der Frauenarbeit im Kirchenkreis laden ein.
Foto: Michael May IKZ

Letmathe/Iserlohn..  „Ich habe genug“ lautet der Arbeitstitel der Tischreden zur Zukunft von Kirche und Gesellschaft beim Frauenmahl mit 120 Frauen in der Evangelischen Friedenskirche Letmathe am 17. April um 18 Uhr. „Wir als Kirche stehen in der Verantwortung, mitzuhelfen, dass Menschen volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben können“, betont Schirmherrin Martina Espelöer. „Es ist deshalb wichtig, darüber ins Gespräch zu kommen, wie das gelingen kann.“ Die Ideengeberin, Pfarrein Ruth Hansen (Frauenarbeit im Ev. Kirchenkreis) ergänzt: „Dieser Abend ist eine Chance, Begegnung zu ermöglichen und vielleicht auch gedankliche Barrieren abzubauen.“

Das ökumenische Frauenmahl ist ein Projekt innerhalb der Kampagne „Barrierefreier Kirchenkreis“. Dazu laden Superintendentin Martina Espelöer und ihre Kooperationspartnerinnen der Frauenarbeit im Kirchenkreis ein: Das sind die Initiatorin Ruth Hansen, Pfarrerin für Frauenarbeit im Kirchenkreis Iserlohn, Nicole Richter (Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen im Institut für Kirche und Gesellschaft), Beate Jarzombek (Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen in der Netzwerk Diakonie der Diakonie Mark Ruhr), Christiane Dietz (Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Märkisches Sauerland), Sybille Mann, Gaby Bach und Margret Held (Frauenausschuss im Evangelischen Kirchenkreis) und Judith Mühlenhoff (Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn).

„Mir reicht’s! Endlich selbstverständlich teilhaben“

Vier Tischrednerinnen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen werden zwischen den Gängen des vegetarischen Menüs dieses Thema aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten: Marianna Metta, Autorin des Buches „Glasknochen statt Therapiehund“ zum Thema „Mir reicht’s! Endlich selbstverständlich teilhaben“. „Genug Einfluss? Zwischen Macht und Ohnmacht“ überschreibt SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag ihre Tischrede. Schwester Lea Ackermann (Solidarity with Women in Distress, Solidarität mit Frauen in Not) widmet sich der Frage „Genug für alle?“ und dem Leben in globaler Verantwortung. Die Theologin und Clownin Dr. Gisela Matthiae fragt „Wann ist genug genug?“ um dann ihre Sicht zu präsentieren: „Alles was ich brauche.“

Die Texte werden in verständlicher Sprache mit Beamer visualisiert, erläutert Beate Jarzombek den besonders barrierefreien Aspekt. Mahlfeiern sind eine besondere Form und gehen auf Martin Luthers Tischreden zurück. Die Initiative Frauenmahl ist ein Beitrag zur Reformationsdekade der Evangelischen Kirche in Deutschland, die seit 2007 mit einem Jahresthema auf das Reformationsjubiläum in 2017 hinarbeitet. Es gelte aus der Frauenperspektive Zukunftsvisionen zu entwickeln, erklärt Nicole Richter vom Frauenreferat der Ev. Kirche von Westfalen. Zum ersten Frauenmahl des Kirchenkreises Iserlohn im Jahr 2011 in der Rohrmeisterei kamen 170 Frauen. In der Friedenskirche in Letmathe finden 120 Frauen Platz.

Patinnen für Frauen gesucht, die nicht genug Geld haben

Karten gibt es im Vorverkauf für 35 Euro inklusive Speisen und Getränken im Gemeindebüro der Friedenskirche Letmathe (Friedensstraße 13), in der Stadtinformation Iserlohn, Bahnhofsplatz 2 sowie beim Dekanat Märkisches Sauerland, Hemer, Geitbecke 12. Es gebe auch ermäßigte Karten auf Anfrage in der Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn unter 02371/2171330. Wer einer anderen Frau die Teilnahme ermöglichen wolle, die sonst nicht dabei sein könnte, kann als Patin aufs Konto des Kirchenkreises (IBAN DE89350601902001169028) unter dem Stichwort „Spende Frauenmahl“ eine Karte bezahlen. „Aus der Erfahrung empfehle ich, sich schnell Karten zu besorgen, weil die Nachfrage sehr groß war“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Judith Mühlenhoff.