Ein Kindergarten wird für immer geschlossen

Wehmut,aber auch Fröhlichkeit beim Abschied: Der Ev. Kindergarten und Hort an der Oestricher Straße 124 wird im Sommer endgültig geschlossen.
Wehmut,aber auch Fröhlichkeit beim Abschied: Der Ev. Kindergarten und Hort an der Oestricher Straße 124 wird im Sommer endgültig geschlossen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Obwohl der ev. Kindergarten und Hort in wenigen Wochen für immer geschlossen wird, herrschte bei der Abschiedsfeier nicht nur wehmütige Stimmung. Es wurde auch fröhlich gesungen und getrommelt.

Dröschederfeld/Dröschede..  „Heute ist nicht der Tag eine Party zu feiern, aber auch nicht der Tag, die Köpfe hängen zu lassen,“ begrüßt Lydia Pieper ihre Gäste, die sich am 12. Juni, 12 Uhr, zur Abschiedsfeier auf dem Rasen vor dem Ev. Kindergarten und Hort, Oestricher Straße 124, versammelt haben. Es sind nur noch wenige Wochen, bis sie als Leiterin hier den Schlüssel zum letzten mal rumdrehen wird. Nach über vier Jahrzehnten wird die Einrichtung mit derzeit noch 17 Schützlingen für immer geschlossen.

„Aufgrund einer immer geringer werdenden Anzahl der zu betreuenden Kinder ... und fehlender Planungssicherheit .. gab es letztlich keine Perspektive mehr für diese Einrichtung“, sagt Pfarrerin Merle Vokkert. Als Vertreterin des Trägerverbundes im evangelischen Kirchenkreis erinnert sie auf Nachfrage an die Gründe für den Beschluss, der hier alle mit Wehmut erfüllt.

Großes Lob fürLydia Pieper und ihre Mitarbeiterinnen

Doch statt sich Trauer- und Frustgefühlen hinzugeben, sind Erzieherinnen, Kinder, Eltern und Ehemalige gekommen, um noch mal in fröhlicher Gemeinschaft zusammenzusein. AlleBeteiligten wollen den jeils anderen Dank sagen, mit denen sie über die vielen Jahre zusammengearbeitet haben. Vertreter benachbarter und befreundeter Schulen. Vertreter der Kirche und der Stadt gehören dazu.. „Dies ist kein Kindergarten und Hort im klassischen Sinn“, hebt Pfarrerin Vokkert hervor. „Es ist eine Einrichtung in einer besonderen Umgebung. Hier wird auch sehr viel Sozialarbeit geleistet.“ Und dann lobt sie Lydia Pieper, die diesen Kindergarten über 26 Jahre geleitet hat. „Ohne Sie gäbe es diese Einrichtung nicht“, betont Vokkert.Und Pfarrer Hans Peter Marker, der hier eine seiner letzten Amtshandlungen vor dem Wechsel ins Münsterland vollzieht, unterstreicht das Lob mit Nachdruck: „Sie haben hier ein Familienzentrum betrieben, bevor es diesen Begriff überhaupt gab,“ sagt er als Noch-Pfarrer von Dröschede. „Hier ist ein Ort großer Lebendigkeit entstanden, der ganz nah an den Menschen ist. Durch das gute Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft habe sich dieser Kindergarten vor sechs Jahren den Integrationspreis der Stadt Iserlohn verdient. In T-Shirts mit dem Logo ihres Kindergartens zeigen die Kinder, was sie beim Trommeln mit Wally Jung gelernt haben, erfreuen die Gäste mit Liedern und Gedichten. Karl Schreiber, in dessen Bäckerei schon ungezählte kleine Gäste aus diesem Kindergarten zu Besuch waren, hat für die Feier leckeres Backwerk mitgebracht. Das für die Gäste vorbereitete Buffet wird gerne angenommen. So bleiben viele noch eine Weile zusammen, in Wehmut, aber ohne hängende Köpfe.