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Serie "Genna, wohin?"

Ehepaar Pollmeier: Kanus, offene Gärten und ein Handwerkermarkt

26.01.2010 | 16:44 Uhr

Letmathe. „Was mich am meisten stört, sind die unberechtigten Vorurteile über Genna”, sagt Monika Pollmeier. Wer nur vom hohen Ausländer- und Migrantenanteil spreche oder von einem unschönen Straßenbild, der werde diesem Stadtteil nicht gerecht.

Monika Pollmeier und ihr Mann Bernd betreiben eine Gaststätte in Genna, die als „Kulturkneipe” sehr beliebt und angesehen ist. Sie fühlen sich in dem Viertel, in dem sie wohnen, sehr wohl, schätzen die Nähe zu den Geschäften auf der anderen Flussseite und das abwechslungsreiche Bild, das Genna bietet. Schwerindustrie, Kleingewerbe, Naturschutzgebiete und Häuser mit prächtigen Fassaden finden sich auf engem Raum nebeneinander. „Dagegen sind manche Wohnsiedlungen, wo ein Haus dem anderen gleicht, richtig langweilig”, sind Pollmeiers stolz auf Genna.

Dennoch gibt es in diesem schönen Stadtteil manches zu verbessern. Das Ehepaar Pollmeier hat eine lange Liste von Vorschlägen ausgearbeitet. Zuallererst wünschen sie sich, dass der Bahnhof als großer Pluspunkt des Stadtteils saniert und aufgewertet wird. Als ebenfalls sehr wichtig sehen sie die verkehrliche Entlastung an. „Schon vom Bahnhof aus sollte der Weg zur Autobahn so ausgeschildert sein, dass die Lkws über den Stenglingser Weg fahren”, regt Bernd Pollmeier an.

Die schöne Natur, die Genna im alten Steinbruch, an der Lenne und an der Bergstraße Richtung Oege zu bieten hat, müsste viel stärker für Erholungszwecke genutzt werden. Monika und Bernd Pollmeier können sich gut vorstellen, dass zwischen Laurenzisbrunnen und Lennestraße eine naturnahe Flussaue mit Wegen und Stegen entsteht. Dieses Erholungsgebiet könnte über einen grün gesäumten Weg mit dem Naturschutzgebiet im Steinbruch verbunden werden. Auch ein Anschluss an die schönen Wanderwege nach Veserde oder Hohenlimburg würde sich anbieten.

Die Lenne sollte viel stärker für den Kanusport nutzbar gemacht werden, sind Pollmeiers überzeugt. Die Idee eines Lenne-Cafe´s betrachten sie dagegen mit Skepsis: „Wer soll das bezahlen? Und wo soll es hin?” Würde ein Ufer-Cafe´ auf Gennaer Seite gebaut, dürfte es nicht zu nah an der Fußgängerbrücke zum Bahnhof liegen. „Denn dann”, so Bernd Pollmeier, „würde man vom Fluss aus auf eine öde Betonwand gucken.”

Das Ehepaar wünscht sich, dass das Brückenfest einen anderen, eher kulturellen Schwerpunkt haben sollte. „Weniger Kirmes, stattdessen ein mittelalterlicher Handwerkermarkt und Straßentheater”, lautet der Vorschlag.

Auch über die Architektur einiger markanter Gebäude im Stadtteil haben Pollmeiers nachgedacht. Die renovierte Fabrikfassade der Gießerei Schütte & Meyer und Co. finden sie vorbildlich, den türkischen Festsaal und das Gebäude der Firma Schütte an der Gennaer Straße/Luisenstraße eher störend.

Und noch eine Idee aus dem Hause Pollmeier: „Wie wäre es mit einem Tag der offenen Gärten in Genna?! Es gibt hier so viele schöne private Gartenanlagen.”

Reinhard Köster

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