„Die Krise“ sorgt für Kontrolle der Gesellschaft
20.05.2011 | 14:31 Uhr 2011-05-20T14:31:00+0200
Letmathe. Euro-Krise, Portugal-Krise, Krisenvorsorge, Krisenmanagement, die Krise kriegen... . Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Allein der Suchdienst Google im Internet zeigt in wenigen Millisekunden fast 16 Millionen Ergebnisse dazu. Die Krise ist ein Dauerzustand, kaum ein Wort findet sich häufiger in den täglichen Nachrichten als „Die Krise“. Zeit also, sich diesem Phänomen auch auf der Theaterbühne zu nähern.
Einer der Literaturkurse der Stufe 12 am Letmather Gymnasium unter der Leitung von Christian Geyer hat sich zur Aufgabe gemacht, die Mechanismen und Gesetze der Krise auf die Bühne zu bringen. Auf der Basis des Stückes „Belagerungszustand“ von Albert Camus entstand eine Farce, eine Satire, ein Drama, das die Verhaltensmuster einer Gesellschaft in Krisenzeiten analysiert, karikiert und offen legt. Für die musikalische Begleitung des Stückes sorgen Robert Löwer (git.), Robert Franke (git.), Marvin Schmitz (b), Jonas Heins (dr) und Christian Kempny (key).
Worum geht es? Die Börse in London – Schauplatz gewagter Finanzmanipulationen, Devisengeschäften und Spekulationsblasen droht zusammenzubrechen. Die Regierung zeigt sich überfordert. Da betritt die Krise höchstpersönlich in Person eines autoritären Bürokraten, der von seiner Sekretärin, dem Tod, begleitet wird, den Schauplatz. Sie ruft den Ausnahmezustand aus und errichtet eine Terrorherrschaft der totalen Kontrolle des gesellschaftlichen Lebens. Die Stadt erstickt in Bürokratie und Verordnungen, die Krise schafft die persönliche Freiheit ab, der Mensch wird gläsern.
Die Menschen arrangieren sich – aus Feigheit oder aus Freude an der durch die Krise verliehenen eigenen, kleinen Macht. Einzig der junge Broker Daniel leistet Widerstand – auch wenn er für die Freiheit auf sein Glück mit Victoria verzichten muss. Gelingt es Daniel, die Krise zu besiegen? Sind Werte wie Toleranz und Freiheit stärker als das Bedürfnis nach absoluter Sicherheit? Gibt es, wie es jüngst auf dem Parteitag einer bekannten Partei verlautete, Solidarität tatsächlich nur gegen Solidität?
Antworten auf diese Fragen geben die beiden Aufführungen des Literaturkurses in der Aula des Gymnasiums am Dienstag, 24. Mai und Donnerstag, 26. Mai, jeweils um 19 Uhr. Karten sind im Vorverkauf während der Unterrichtszeiten im Sekretariat des Gymnasiums, in der „Kleinen Buchhandlung“ an der Hagener Straße und an der Abendkasse erhältlich.
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