Der Strom kommt direkt vom Dach

Auf dem Dach des Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaues werden die Module für eine neue Photovoltaik-Anlage installiert.
Auf dem Dach des Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaues werden die Module für eine neue Photovoltaik-Anlage installiert.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die evangelische Kirchengemeinde Letmathe lässt jetzt ihr Gemeindehaus und den Kindergarten Arche Noah direkt vom eigenen Dach mit Strom versorgen - ohne Umweg durch öffentliche Netze.

Letmathe..  „Woher kommt eigentlich der Strom?“ Wenn die Kinder des Kindergartens „Arche Noah“ diese Frage stellen, werden die Erzieher/innen künftig auf das Dach des benachbarten Gemeindehauses zeigen. Dort sind seit Montag ein paar Dutzend Photovoltaik-Module installiert, die das Licht der Sonne in elektrische Energie verwandeln.

Gemeinde will ein Zeichen setzen für die Zukunft

Dieser Strom wird nicht mehr, wie bei früheren Photovoltaik-Anlagen automatisch ins Netz der Stadtwerke oder anderer Stromversorger gespeist. Vielmehr fließt der „Saft“ auf kurzem Weg direkt in die Beleuchtung des Kindergartens oder in die Spülmaschine im Gemeindehaus. Wenn die Sonne nur kräftig genug scheint, kann jeder sicher sein: Der Strom in Kindergarten und Gemeindehaus kommt garantiert nicht aus einem Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerk, sondern „von unserem Dach“.

„Für die Gemeinde und besonders für die Kinder ist dies ein Zeichen für eine Zukunft ohne klimaschädlichen CO2-Ausstoß“, freut sich Gemeindepfarrer Burckhardt Hölscher. So ist die evangelische Kirchengemeinde, die mit zwei Photovoltaikanlagen in der Hand von Bürgergesellschaften (Kreuzkapelle und Friedenskirche) seit vielen Jahren Vorreiter auf dem Gebiet der Sonnenstromnutzung ist, jetzt den nächsten Schritt gegangen. Sie selbst investiert 13500 Euro auf dem Dach des Gemeindehauses in Sonnenkollektoren, die durch moderne Steuerung auch bei Verschattung durch Bäume noch hohe Erträge erzielen. Die Module mit insgesamt 9,54 KWp Leistungsvermögen sollen rund 8000 kWh im Jahr erzeugen und etwa ein Drittel des Energieverbrauchs von Gemeindehaus und Kindergarten decken. Bei kräftigem Sonnenschein im Sommer dürfte sogar ein beträchtlicher Überschuss ins Netz gespeist werden. Die Gemeinde hat eine jährliche Stromkostenersparnis von 1088 Euro kalkuliert. In achteinhalb Jahren soll die Anlage abbezahlt sein. Einige Sponsoren haben sich an den Kosten beteiligt.

Mit ihrer Initiative will die Kirche, so Pfarrer Hölscher, auch andere dazu anspornen, „dass wir noch viel mehr tun können für die Erhaltung der Schöpfung.“