Dem Denkmal die Ehre erwiesen

Stadtarchivar Rico Quaschny zeichnete in seinem Vortrag die wechselvolle Geschichte des Eisernen Kreuzes nach.
Stadtarchivar Rico Quaschny zeichnete in seinem Vortrag die wechselvolle Geschichte des Eisernen Kreuzes nach.
Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn..  Irgendwann in ferner Zukunft, vielleicht am 18. Oktober 2116, werden sich wieder Menschen am Eisernen Kreuz versammeln und dann des 300. Jahrestages der Errichtung dieses Denkmals gedenken. Und möglicherweise wird dann der Leiter des Stadtarchivs sowohl an die Hintergründe des Kreuzes erinnern, als auch schildern, wie die Feier zum 200-jährigen Bestehen verlaufen ist.

Dann wird er den Anwesenden erzählen, dass es mit Sicherheit 60, 70 Frauen und Männer gewesen waren, die an der Gedenkstunde am frühen Abend eines schönen Herbsttages teilgenommen haben, dass sich Berndt Schlüter, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Grüner Ortsvereine, sehr über diesen Zuspruch gefreut hat und dass Grünschnittarbeiten des SIH es ermöglicht haben, das Beleuchtete Kreuz auch im Tal sehen zu können. Und wenn der Archivar Humor besitzt, wird er auch davon erzählen, dass man sich aus Rücksicht auf ein Fußballspiel von Borussia Dortmund zur versammelt hat, als es draußen noch hell war.

Stadtarchivar Quaschny über den Hintergrund des Kreuzes

Es war natürlich nicht der einzige Grund. Die AG der Grüner Ortsvereine wollte unbedingt und völlig zu Recht Rico Quaschny dabei haben, der wegen eines Anschlusstermins nur ein begrenztes Zeitfenster hatte. Der Stadtarchivar blickte ausführlich auf die vergangenen 200 Jahre zurück und leistete Basisarbeit: „Anlass für die Errichtung des Denkmals war die Erinnerung an die Befreiungskriege, insbesondere die Völkerschlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1813, die eine grundlegende Entscheidung im Kampf Preußens und seiner Verbündeten im Kampf gegen Napoleon brachte.“ Er erwähnte eben auch die vielen, zum Teil sehr alten Artikel in der Heimatzeitung – so wie das vielleicht viele in der Vergangenheit gemacht haben oder zukünftig noch machen werden.

Unter die Besucher mischten sich auch zwei Gäste aus Bochum: Petra und Dirk Ziesing wären wohl niemandem aufgefallen, wenn sie nicht in der Uniform des 1. Westfälischen Landwehr-Regimentes an der Gedenkstunde teilgenommen hätten. Das Regiment ist legendär, da es an Napoleons entscheidender Niederlage 1815 bei Waterloo beteiligt war.

Bevor Pfarrer Bernhard Röttger ein Gebet sprach und der Marine-Verein Iserlohn mit allen Anwesenden zum Abschluss die Nationalhymne sang, erinnerte der stellvertretende Bürgermeister Michael Scheffler an die wechselnde Symbolik des Eisernen Kreuzes, das in allen Kriegen bis 1945 eine Rolle spielte, für die Bundeswehr aber nicht mehr als Auszeichnung gilt. Scheffler mahnte schließlich: „Dass wir heute in einem friedlichen und freien Land leben, ist eine Ausnahme und nicht selbstverständlich. Und deshalb müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, um Frieden zu erhalten und zu stiften.“