Besinnliches Passionskonzert des Kirchenchores St. Josef im Lennedom
18.03.2008 | 15:54 Uhr 2008-03-18T15:54:00+0100Letmathe. Eine Einführung in die tiefe Glaubenswahrheit der Karwoche nannte Pastor Guido Bartels das Passionskonzert des Kirchenchores St. Josef Stübbeken am Sonntagabend im Kiliansdom und wünschte den zahlreich erschienen Zuhörern in der gut gefüllten Kilianskirche eine besinnliche Stunde der Einstimmung in die wichtigste Woche des Kirchenjahres.
Und mit dem anspruchsvollen, abwechslungsreichen und sehr gut einstudierten Programm, das die 20 Sänger unter der Leitung von Hartwig Maag darboten, konnte diese Einstimmung auch gelingen. Den Auftakt bildete Heinrich Mainka an der Orgel. Der Organist der St. Kiliangemeinde, der den Chor auch am Klavier begleitete, ergänzte das Konzert instrumental mit den Choralvorspielen „Erbarm' dich mein, o Herre Gott” und „O Haupt voll Blut und Wunden” von Johann Sebastian Bach. Der Kirchenchor sang zudem die Motette „O bone Jesu” von Ingegneri, „Aus tiefster Not schrei ich zu Dir” aus den „Drei Kirchenmusiken” von Felix Mendelssohn-Bartholdy und „O Traurigkeit, o Herzeleid” aus Franz Liszts „Via crucis”.
Der Höhepunkt des Konzertes aber war die Vertonung der „Sieben Worte Jesu am Kreuz” für Soli, Halbchor und Chor von Charles Gounod. Diese „Sieben Worte”, das heißt die letzten Äußerungen Jesu vor seinen Tod, zusammengetragen aus den vier Evangelien, inspirierten immer wieder Musiker zu den unterschiedlichsten Kompositionen, die bekanntesten unter ihnen stammen von Joseph Haydn und Heinrich Schütz.
Das Werk des französischen Opernkomponisten Gounod besticht jedoch durch seine Schlichtheit und den völligen Verzicht auf äußerliche Effekte. Es entstand unter dem Eindruck der Karliturgie in der sixtinischen Kapelle während Gounods Aufenthalt in Rom und war für französische Verhältnisse eine absolute Neuheit, da es sich um eine Vertonung nur für Chor handelte. Der St. Josefschor wurde dem anspruchsvollen Stoff gerecht und begeisterte die ergriffenen Zuhörer mit einer beeindruckenden Darbietung. Besonders stach der ausdrucksstark vorgetragene Solopart des Chorleiters Hartwig Maag hervor. Erläutert und vertieft wurden die sieben Worte von Pastor Bartels, der zu den einzelnen Bibelstellen Interpretationsansätze und Denkanstöße vortrug. Die Zuhörer durften insgesamt ein stimmungsvolles Passionskonzert genießen, dessen Bestandteile sehr gut und ausgewogen zusammengestellt waren.
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