Berliner Gassenhauer im Keller
04.03.2011 | 15:35 Uhr 2011-03-04T15:35:00+0100
Letmathe. „Der Berlina liebt Musike“: Aber nicht nur der, sondern sicherlich auch die rund 70 Gäste im ausverkauften Gewölbekeller des Hauses Letmathe, die am Mittwochabend das gleichnamige Programm des Hagener „Duo Taktvoll“ durchaus begeistert verfolgten. Dazu eingeladen hatte der Förderverein Haus Letmathe im Rahmen der Reihe „Kultur im Gewölbe“.
Verlieben konnte man sich an dem Abend aber nicht nur in typisches Berliner Liedgut, sondern auch in die deutsche Sprache. Viele der Texte - besonders seien hier Otto Reutters Couplets erwähnt - sind alles andere als belanglos. Frech, hintersinnig, humorvoll und bisweilen geradezu poetisch - damals schien man sich mehr als heute darauf zu verstehen, das Potenzial der deutschen Sprache in seiner ganzen Breite abzurufen.
Bei vielen Liedern zeigte sich das Publikum sehr textsicher - und das eben nicht nur bei Stücken wie der „Berliner Luft“. Ein wenig überraschte das schon. Denn die meisten waren noch nicht geboren, als Reutter, Lincke und Co. die Hochphase ihrer Schaffenszeit hatten. Hinter dem „Duo Taktvoll“ verbergen sich die Mezzosopranistin Kristina Schulte und der Tenor Cud Kegel, der echte Berliner Wurzeln hat. Neben einer sehr ansprechenden und dialektsicheren gesanglichen Leistung hauchten sie den immerhin 30 Liedern auch durch ihren Gestenreichtum Leben ein. In seinen Moderationen zeigte Cud Kegel, dass er die „Berliner Schnauze“ wirklich liebt. Am Klavier souverän begleitet wurde das Duo von Gebhard Reichmann. Stimmungsvoll wurde es beim „Glühwürmchen-Idyll“. Kleine Leuchtstäbe wurden verteilt, so dass sich tatsächlich „Glühwürmchen“ unters Publikum mischten. Zum Abschluss konnte dann reichlich „Berliner Luft“ geschnuppert werden, als Zugabe wurde der Klassiker gleich zweimal gesungen. Der Gewölbekeller tobte.
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