Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Neuer Computer-Tomograph für das Marienhospital (v. li.): Verwaltungsleiter Matthias Fassmann, Kirsten Wust (MTA) und der Ärztliche Direktor Dr. Ulrich Müller.
Neuer Computer-Tomograph für das Marienhospital (v. li.): Verwaltungsleiter Matthias Fassmann, Kirsten Wust (MTA) und der Ärztliche Direktor Dr. Ulrich Müller.
Foto: IKZ
Das Marienhospital hat in einen neuen Computertomographen investiert, der auch für eine verbesserte Diagnostik bei Schlaganfallpatienten eingesetzt wird.

Letmathe..  Eine Seh- und/oder Sprachstörung, die mit der Lähmung einer Körperhälfte einhergeht ist ein Warnsignal: Es kann ein akuter Schlaganfall vorliegen! Der ärztliche Direktor des Marienhospitals Dr. Ulrich Müller: „Diese Beschwerden dürfen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Der Patient muss sofort ins Krankenhaus gebracht werden und wird dort als ,Notfallpatient’ behandelt“, so der Mediziner am Mittwoch.

Zusammen mit Verwaltungsleiter Matthias Fassmann und der Medizinisch-technischen Assistentin Kirsten Wust stellte er der Öffentlichkeit den neuen „Angio-Computertomographen“ der Klinik vor. Die Investitionssumme der Märkischen Kliniken für das Gerät bewegte sich im hohen fünfstelligen Bereich.

Sowohl Fassmann, als auch Dr. Müller machten deutlich, dass möglichst wenig Zeit verstreichen darf. „Wir sprechen in diesem Fall von einer Spanne von 4,5 bis 6 Stunden, in der es möglich ist, den Schlaganfall medikamentös und/oder operativ zu behandeln, um so eine verbesserte Prognose für den Patienten zu schaffen“.

Der neue Computertomograph unterstützt dabei die Mediziner. Er liefert wesentlich detailreichere Bilder als das Vorgängermodell. Nachdem der Patient ein Kontrastmittel zu sich genommen hat, kann das Gerät innerhalb von rund zwei Minuten ein Bild liefern, auf dem das Blutgerinnsel zu sehen ist. Spezialisten sind heute in der Lage, mittels eines nur 3 bis 4 Millimeter starken Katheters das Gerinnsel entweder aus der Arterie zu saugen oder zu ziehen. Dafür gehen die Spezialisten von der Leiste aus in den Körper und arbeiten sich mit dem Katheter bis zur durchs Gerinnsel blockierten Stelle vor. Möglich ist auch die medikamentöse Auflösung des Thrombus. Das Marienhospital verfügt übrigens über eine Schlaganfall-Behandlungseinheit.

Dieser Qualitätsanspruch und dessen Nachhaltigkeit wird durch die enge Anlehnung an die Leitlinien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und die Teilnahme am Qualitätssicherungsprojekt der Universität Münster in besonderer Weise deutlich.

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