Bei den Ureinwohnern willkommen

Sabine Kacha engagiert sich für die Ureinwohner in Australien.
Sabine Kacha engagiert sich für die Ureinwohner in Australien.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Eine gebürtige Letmatherin, die seit sieben Jahren in Australien lebt, setzt sich für die Rechte der Ureinwohner ein - auch mit Hilfe von Vorträgen in ihrer Heimat.

Letmathe..  „Australien ist nicht nur the lucky country, das glückliche Land für Touristen“. Das sagt die gebürtige Sabine Kacha (48), die aus Letmathe stammt, 13 Jahre als Angestellte bei der UNO in New York gearbeitet hat und seit 2008 mit ihrem Mann Hans Josef Mauve in Australien lebt. Zurzeit ist sie wieder auf Heimaturlaub, um auch als Mitglied von amnesty international in Vorträgen auf das Unrecht aufmerksam zu machen, das den Ureinwohnern geschieht.

Wie kamen Sie dazu, sich für die Ureinwohner von Australien zu interessieren?

1988 wollte ich mit meiner Freundin nach Australien reisen. Da habe ich mir in Letmathe aus der Stadtbücherei Bücher ausgeliehen und las etwas über die Kolonialisierung Tasmaniens. Ich war entsetzt, dass fremde Mächte fast ganze Völker ausrotten und habe den inneren Drang verspürt, mich für diese Völker in Australien einzusetzen. Dieser innere Ruf bestimmt bis heute mein Leben.

Welches Unrecht geschieht den Ureinwohnern denn heute?

Im Jahr 2008 hat sich der australische Premier Kevin Rudd dafür entschuldigt, dass den Ureinwohnern über Jahrzehnte die Kinder weggnommen worden sind, um sie von Weißen erziehen zu lassen. Doch nichts hat sich gebessert. Heute werden fünf Mal so viele Kinder weggenommen.

Viele Ureinwohner sind entwurzelt, weil die Natur, die sie zum Leben brauchen, nicht mehr da ist.

Genau. Viele Ureinwohner-Gebiete sind bedroht durch Konzerne, die Rohstoffe abbauen wollen. So wird den Ureinwohnern, das Land, was ihnen per Gesetz zugesprochen wurde, Stück für Stück wieder genommen.

Sind Sie stolz auf Ihren australischen Staatsbürgerpass?

Stolz bin ich auf den Ureinwohner-Pass, der mich quasi in allen Ureinwohner-Gebieten als willkommenen, gern gesehenen und geschützten Gast ausweist.

Sie haben, wenn sie alle zwei bis drei Jahre auf Heimaturlaub sind, in Letmathe, aber auch schon in Berlin Vorträge über die Ureinwohner gehalten. Mit welchem Ziel?

Ich möchte, dass wenigstens die Menschen in Europa sich des schreienden Unrechts in Australien bewussst werden, wenn schon die meisten weißen Australier selbst die Augen verschließen.

Am Freitag, 27. Februar, werden Sie um 19 Uhr im Haus Letmathe (Bücherei) den Film „Utopia“ von John Pilger vorführen.

Es ehrt mich, dass ich John Pilger bei den Recherchen zu diesem Film ein wenig helfen konnte. Der Dokumentarfilm zeigt die Lage der Ureinwohner früher wie heute. Ich wünsche mir viele Besucher.