Auf Letmathes Baustellen geht es zügig voran

Afrim Shillova ist der Polier auf der Radwege-Baustelle. Er kennt die Arbeitsweise der Sedimentationsanlage ganz genau.
Afrim Shillova ist der Polier auf der Radwege-Baustelle. Er kennt die Arbeitsweise der Sedimentationsanlage ganz genau.
Foto: Oliver Bergmann

Letmathe..  Ausnahmsweise mal eine Frage zu Beginn: Wie viele Baustellen gibt es gibt es momentan im Zentrum Letmathes? Antwort: Die ganze Innenstadt ist eine große Baustelle.

Am östlichen Rand wird das Lenne-Center umgebaut, gegenüber entsteht die erste der zwei Stadtspangen und mitten in der Einkaufszone lassen die Stadtwerke Iserlohn zur Zeit mehrere Hausanschlüsse für Gas und Wasser erneuern. Vor der Hausnummer 35 wird seit Wochenbeginn gearbeitet. „Die vorhandenen Leitungen sind von 1964“, sagt ein Bauarbeiter. Bis zum Ende der Woche sollen die neuen Rohre angeschlossen und das Loch wieder gefüllt sein, anschließend geht es mit identischen Arbeiten an zwei weiteren Stellen weiter.

Schönwetter-Vorsprung droht jetzt zu schmelzen

Dann die Baustelle Lennedamm/Oeger Straße: Dort startete am Freitag, 7. Oktober, der zweite Abschnitt des Radwegebaus in Richtung Hohenlimburg. Und wie vor Ort zu erfahren war, schreiten die Arbeiten prima voran. „Es läuft so gut, weil wir bis jetzt Glück mit dem Wetter hatten“, sagt der Spezialbaufacharbeiter Martin Wagner. Damit dürfte es jetzt erst einmal vorbei sein, was auch Wagner nicht entgangen ist. „Regen bedeutet Verzögerung, wir bekommen hier dann nicht mehr viel geschafft, können höchstens Borsteine setzen.“

Das Problem: Es wird ja nicht nur ein Radweg gebaut, sondern das gesamte Abwassersystem von der Luisenbrücke bis weit in die Oeger Straße hinein erneuert. Deshalb klaffen stellenweise auch tiefe Baugruben, die bei Regen voll zu laufen drohen. Für den Mehraufwand würden sich Pflanzen, Fische und weiteren Tiere, die in der Lenne zu Hause sind, bestimmt bedanken – wenn sie es denn könnten. Denn in eine noch offene Baugrube wird eine weitere sogenannte Sedimentationsanlage eingebaut. In ihr wird das Regenwasser von Schadstoffen getrennt. Schon beim Bau der Lennepromenade wurden die Anlagen berücksichtigt, fünf weitere kommen jetzt unter die Fahrbahn-Oberfläche. Einem Exemplar steht der Einbau noch bevor.

Schmutz hat keine Chance mehr in die Lenne zu gelangen

Polier Afrim Shillova erklärt: „Man muss sich das wie bei einer Toilette vorstellen, in die Öl hineingekippt wird. Weil das Wasser schwerer ist, schwimmt Öl an der Oberfläche. Genauso ist es im Inneren dieses Rohres. Das Regenwasser wird von weiterem Schmutz wie dem Bremsen- und Reifenabrieb oder ausgelaufenen Ölen durch einen Filter getrennt und gesammelt, während das reine Wasser in die Lenne fließt.“ Das passiert im Bereich der Fußgängerbrücke. Der anfallende Schmutz wird regelmäßig abgepumpt. Letmathe spielt laut Shillova eine Vorreiterrolle bei diesem Verfahren. „Die ersten Anlagen überhaupt wurden, soweit ich das weiß, tatsächlich an der Lennepromenade eingebaut.“