„Arbeit mache ich nicht für mich“

So lange kein Nachfolger gefunden ist, will Friedhelm Siegismund als Ortsring-Vorsitzender im Amt bleiben, damit der Verein nicht führungslos wird..
So lange kein Nachfolger gefunden ist, will Friedhelm Siegismund als Ortsring-Vorsitzender im Amt bleiben, damit der Verein nicht führungslos wird..
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Anfang 2014 kündigte Friedhelm Siegismund seinen Rücktritt als Ortsring-Vorsitzender an, doch bisher hat sich kein Nachfolger gefunden.

Oestrich..  In der Jahreshauptversammlung 2014 des Heimatvereins Ortsring Oestrich hat der derzeitige Vorsitzende Friedhelm Siegismund angekündigt, bei der nächsten Wahl 2016 nicht mehr anzutreten.

„Sind Sie bei Ihrem Entschluss geblieben oder haben Sie Ihre Meinung geändert?“

Friedhelm Siegismund: „Bisher hat sich niemand gefunden, der das Amt übernehmen will. Noch wäre Zeit genug, dass ich meinen Nachfolger einarbeiten kann. Die Chance, dass sich doch noch jemand meldet, sinkt jedoch von Tag zu Tag. Da ich den Heimatverein Ortsring Oestrich nicht führungslos werden lassen möchte, werde ich weiter an der Spitze bleiben“.

„Falls sichd doch jemand findet, welche Funktion werden Sie dann haben“?

„Im Prinzip das Amt des Ortsheimatpflegers, zu dem mich der Bürgermeister ernannt hat. Man muss sehen, ob mich ein neuer Vorsitzender weiterhin im Vorstand des Heimatvereins Ortsring Oestrich haben möchte“.

„Wird es die Oestricher Geschichtswerkstatt auch weiterhin geben“?

„Selbstverständlich, obwohl wir auch dort mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Ursprünglich wurde einmal gesagt: ,Die Alten erzählen und die Jungen schreiben auf’. Bei den Treffen an jedem 1. Dienstag im Monat erzählen die Alten zwar viel, nur es sind keine junge Zuhörer mehr da, die diese Geschichten aufschreiben. Bei mir stapeln sich viele Aufzeichnungen von mir, die weiter bearbeitet werden müssten, aber dafür fehlt mir einfach die Zeit“.

„Die Appeltatenkirmes hat ihnen immer am Herzen gelegen. In diesem Jahr gab es stattdessen ein Fest am Oestricher Bach. Ist die Kirmes damit Geschichte“?

„Es bleibt abzuwarten, ob ein neuer Vorstand weiterhin an einem Bachfest festhält oder wieder eine Kirmes ins Leben ruft. Das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Reichen zwei Tage oder müssen es vier Tage sein, an denen gefeiert wird? Kann auch die Stadt Iserlohn einen Beitrag zu einer Appeltatenkirmes in Oestrich leisten? Was den letzten Punkt angeht, steht der Ortsring in Kontakt mit Martin Bußkamp, dem Leiter des Iserlohner Stadtmarketings, um ein Konzept auszuarbeiten. Es gibt ebenfalls Anfragen, ob ein externer Veranstalter die Appeltatenkirmes übernehmen könne. Dafür muss vorab geklärt werden, wie sich die Oestricher Vereine in solch eine Kirmes mit einbringen können“.

„Stichwort ,Unser Dorf hat Zukunft’: In Zusammenarbeit mit dem Ortsring und Stadt wurde ein Dorfentwicklungsprojekt angeschoben. Wie ist dort der Sachstand?“

„Wir sind auf einem guten Weg. In mehreren Bürgerversammlungen wurden Ideen zusammengetragen, die nach und nach umgesetzt werden sollen. Zudem möchte sich Oestrich an dem Förderprogramm LEADER für ländliche Gebiete (EU) beteiligen. Danach können Orte Zuwendungen für innovative Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft sowie erhöhte Fördersätze für andere Maßnahmen erhalten. Derzeit wird mit der Stadt ein Konzept erarbeitet, um einen Antrag für dieses Projekt zu erstellen und so in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Vorstellbar ist beispielsweise die Umgestaltung der Straße „Im Klepping“ wieder in eine echte Dorfstraße mit viel Grün und einem entsprechenden Straßenbelag“.

Stimmt es Sie traurig, dass sich für Ihre Projekte kaum Mitstreiter in Oestrich finden?

„Es ist wirklich schade, dass nur wenig Interesse daran besteht, dass Oestrich weiterhin ein dörflich geprägter Ort bleibt, wo es sich zu leben lohnt. Die ganze ehrenamtliche Arbeit für den Ort mache ich doch nicht für mich, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger!“!