Andreas Neumann reißt Publikum mit einem Feuerwerk von Kalauern und Komik hin
15.02.2009 | 19:48 Uhr 2009-02-15T19:48:00+0100
Lössel. Lachsalven ohne Ende. Mehrere Hundert Besucher haben am Wochenende im Hotel Neuhaus ein Festival des Humors erlebt. An drei ausverkauften Abenden hat der Parodist Andreas Neumann sein Publikum mit einem Feuerwerk aus Komik und Kalauern, Witzen und Anekdoten hingerissen.
Schon vor einem Jahr hatte der Künstler im Interview mit Thomas Reunert beim Publikum Jubelstürmen entfacht. Diesmal war er nach Einschätzung vieler Zuschauer auf derselben kleinen Bühne noch besser. Gleich am ersten Abend - Veranstalter war einmal mehr das städtische Kulturbüro Iserlohn - zeigte sich der begnadete Parodist in blendender Verfassung. Der kleinste Anlass genügte - ein Wort seines Gegenübers, eine unscheinbare Geste, ein Blick ins Publikum - und schon legte Neumann los.
Er kalauerte, was das Zeug hielt, spielte wie ein Akrobat mit Worten - ein Witz origineller als der andere. Mitunter war es recht dreist, wie der Künstler auf Kosten der Hotelküche, des Interviewers oder anderer Personen im Saal Späße machte. Er wahrte aber stets eine gewisse Liebenswürdigkeit und traf genau den Geschmack des Publikums.
Die Zuhörer kamen aus dem Lachen kaum heraus und Thomas Reunert kaum dazwischen. Hatten sich die Leute im Saal und der Interviewer auf der Bühne gerade von einer Zwerchfell-Attacke erholt, kam schon die nächste. Und manche Frage zum Lebenslauf oder aus der Arbeit des Künstlers ging zunächst im schallenden Gelächter über einen gelungenen Witz unter, bevor sie dann doch noch beantwortet wurde.
Allein das humoristische Talent des Andreas Neumann wäre eine Garantie für einen gelungenen Abend gewesen. Doch erst seine noch viele größere Begabung, die Stimmen berühmter Künstler nachzuahmen, machten die Show zum Hochgenuss. Ob Inge Meysel oder Heinz Rühmann, Didi Hallervorden oder Marcel Reich-Ranicki - Andreas Neumann imitiert sie so perfekt, als ob die Parodierten leibhaftig auf der Bühne stünden.
Neumann schöpfte aus einem großen Repertoire. Er trug Gedichte von Heinz Erhardt vor, den er übrigens am gekonntesten und häufigsten nachahmte. Er spielte mit Thomas Reunert gemeinsam einen Jürgen-von-Manger-Sketch. Artistisch jonglierte er in einer Wildwestparodie mit den Stimmen Stimmen von Inge Meysel oder Heinz Rühmann. Was er auch bot, das Vergnügen war groß, und es wurde noch dadurch bereichert, dass zwischendurch Jörg Hegemann ausgesprochen flott Boogie-Woogie-Musik auf dem Klavier spielte. Köstlich verrückt wurde es, als der Star am Ende sogar noch kurz den Exzentriker Louis de Funes nachahmte.
Wie gut, dass es die Pausen gab, in denen das Hotelpersonal die fünf Gänge des Gourmet-Menüs servierte. Wann sonst hätte man sich vom Lachen erholen sollen als bei zartem Steinbeisserfilet oder rosa Rinderrücken. Am Ende sagten viele begeistert Danke. Besonders glücklich strahlte am Samstag ein Briefmarkenfreund, der zum 100. Geburtstag von Heinz Erhardt mit einem Sondermarken-Satz beschenkt wurde. Das Kulturbüro gratuliert - und überlegt aufgrund zahlreicher Anfragen, wann der nächste kulturell-kulinarische Abend mit Andreas Neumann stattfinden kann.
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