Alte Autos als Beruf und Leidenschaft

Ulrich Lübke und seine Mitarbeiter setzen in der Werkstatt Oldtimer der verschiedensten Modelle instand.
Ulrich Lübke und seine Mitarbeiter setzen in der Werkstatt Oldtimer der verschiedensten Modelle instand.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Der Letmather Ulrich Lübke ist seit vielen Jahren mit seiner Werkstatt auf Oldtimer spezialisiert. Die Suche nach Ersatzteilen führt ihn in alle Welt und ist mitunter abenteuerlich.

Letmathe..  Wer Oldtimer mag, bekommt in der Werkstatt von Ulrich Lübke strahlende Augen. Auf einer der Hebebühnen steht ein VW-Kübelwagen aus der frühen Bundeswehrzeit. Ein paar Schritte weiter schraubt ein Mechaniker gerade im Motorraum eines rot glänzenden Mercedes Pagode Cabriolets, Baujahr 68. In der Halle um die Ecke wartet ein MG B von 1974 auf Ersatzteile. Und direkt davor steht ein Polizei-Käfer-Cabrio, Baujahr 1952, mit noch leeren Scheinwerferhöhlen und losen Kabeln unter der fehlenden Haube.

Oldtimer instandzusetzen ist die große Leidenschaft und der Beruf des 66-jährigen Letmathers, der jetzt mit seiner Werkstatt zum Engelsknapp umgezogen ist. „Mein absolutes Lieblingsfahrzeug ist der Käfer,“ verrät der Automechanikermeister. Seit vielen Jahren hat er als Oldtimer-Spezialist einen Namen. Nicht selten ist das WDR-Fernsehen bei ihm zu Gast, denn Lübke kann viel erzählen.. „Ich hatte mal einen Porsche-Motor in einen alten Käfer eingebaut“, lacht er. „Da konnte dann mancher Jaguar- oder BMW-Fahrer nur staunen, wenn ich ihn überholte.“

Die Kunden kommen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Und das Geschäft läuft nicht schlecht. „Oldtimer sind eine gute Geldanlage“, ist Lübke überzeugt. „Auch wenn Pflege und Reparatur viel Geld verschlingen, die Wertsteigerung ist größer. Sie glauben ja gar nicht, wie viele Sammler es gibt“, sagt er. Allein in Letmathe sind es seines Wissens rund 30, darunter Ärzte und Unternehmer.

Rost ist der größte Feind des Autos und die Suche nach Ersatzteile oft ein Abenteuer. „Ich habe schon mal eine ganze Woche in England zugebracht, weil ich nur dort bei einem bestimmten Hersteller ein Getriebeteil nachfertigen lassen konnte“, berichtet der 66-Jährige. Sehr oft ist er auf Fachmärkten und bei Händlern unterwegs, häufig in den USA. „Als ich bei einem Termin in Kalifornien zufällig jede Menge Käfertüren entdeckte, habe ich gleich 200 auf Vorrat gekauft,“ erzählt er. „Denn Türen rosten am schnellsten.“

Noch immer hütet Lübke seinen Käfer 1303, den er als junger Mann gekauft hat, wie seinen Augapfel und fährt ihn hin und wieder spazieren. Den anderen Käfer mit dem Porsche-Motor hat er nicht mehr. Manchmal bedauert er das. „ Einige Raser auf der Autobahn würde ich gerne noch mal überraschen.“