Alltag wird langsam normal, aber Papa fehlt

Endlich wieder Ruhe im Alltag: Emanuela Marks, hier mit ihren beiden Jüngsten Melanie (7) und Nevio (5 Monate) in der neuen Küche ist immer noch überwältigt von der Hilfsbereitschaft.
Endlich wieder Ruhe im Alltag: Emanuela Marks, hier mit ihren beiden Jüngsten Melanie (7) und Nevio (5 Monate) in der neuen Küche ist immer noch überwältigt von der Hilfsbereitschaft.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Neben den vielen großen und kleinen Spenden auf dem Konto der Heimatzeitung haben auch zahlreiche Renovierungshelfer der Familie Marks nach dem Tod des Vaters wieder zurück ins normale Leben geholfen.

Letmathe..  „Schau mal, die Schatztruhe!“ Die siebenjährige Melanie Marks zieht eine mit Schnörkeln verzierte Kiste über den Fußboden nahe an den Küchentisch heran. „Da haben wir was von Papa aufbewahrt.“ Das Mädchen öffnet den Deckel, greift einen Gegenstand heraus und zeigt ihn dem Besucher: „Das war seine letzte Brille.“ Da ist auch sein letzter Overall und sein letztes Autokennzeichen.

Uwe Marks war am 17. November auf dem Weg zur Arbeit durch einen Herzinfarkt am Steuer im besten Alter von nur 45 Jahren ums Leben gekommen – gerade als die Familie mitten im Umzug in eine neue Wohnung war. Ehefrau Emanuela (39) und die sechs Kinder sind noch immer traurig. Aber sie werden ihren Mann und Papa nicht vergessen. Die Schatztruhe mit den Erinnerungsstücken ist mehr als ein Geschenk unterm Weihnachtsbaum.

Riesige Welle der Hilfsbereitschaft

Nur zwei Tage nach dem tragischen Tod von Uwe Marks löste ein Aufruf der Heimatzeitung eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft aus, wie sie niemand erwartet hatte. Das sofort eingerichtete Spendenkonto schwoll nach und nach auf über 20 000 Euro an. So viel Geld will verantwortungsvoll eingesetzt werden, zumal die Familie langfristig damit rechnen muss, ohne ihren Ernährer auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Dankenswerterweise bot Rechtsanwalt Thomas Laatsch aus Iserlohn seine Hilfe an. Ohne das Spendenkonto zu belasten, berät er Emanuela Marks bei Gesprächen mit dem Vermieter, mit dem Jobcenter und bei allen anderen Rechtsfragen. Er sorgt dafür, dass das Geld der Familie den größtmöglichen Nutzen bringt. Zurzeit prüft er die Anschaffung eines günstigen Autos, damit Frau Marks die Kinder zum Sport oder zur Schule bringen kann. Und er prüft, wie ein Teil der Spenden über Sparverträge für die Zukunft der Kinder angelegt werden kann. Sobald all dieses geregelt ist, kann das Kapitel Hilfsaktion zugeklappt werden.

Viele Helfer packten beider Renovierung mit an

Größere Beträge sind bereits in die Renovierung der neuen Wohnung geflossen, die vor zwei Monate noch Baustelle war. Uwe Marks konnte seine großen Renovierungspläne leider nicht mehr selbst verwirklichen. Viele Bekannte der Familie, aber auch Fremde, Fachkräfte wie auch Laien, die an dem Schicksal Anteil nahmen, packten tagelang unentgeltlich mit an. So wurden Laminatböden gelegt, Türen eingebaut, Möbel transportiert, Küche und Bad gefliest und vieles mehr.

„Jetzt haben wir so langsam wieder einen normalen Alltag“, sagte Emanuela Marks am Mittwochnachmittag. Ihren jüngsten Sproß hatte sie gerade aus dem Kinderbett auf den Arm genommen. Melanie, die Zweitjüngste, machte Hausaufgaben am Küchentisch, das Essen stand fertig auf dem Herd und die vier älteren Kinder waren noch nicht aus der Schule zurück.

Das meiste ist fertig – von der Küche bis zum Badezimmer

„Wie fühlen Sie sich, Frau Marks?“ Der 39-Jährigen ist die Erleichterung nach vielen aufregenden Wochen anzusehen. Endlich ist die neue Wohnung weitgehend fertig, von der Küche bis zum Bad. Einige Möbel fehlen noch und in zwei Kinderzimmern wartet noch etwas Arbeit. Aber die Gewissheit, viele Helfer und Freunde im Rücken zu haben, gibt der Mutter von sechs Kindern Zuversicht für die Zukunft. „Ich bin immer noch überwältigt von der unglaublichen Hilfsbereitschaft“, bringt die 39-Jährige das auf den Punkt, was sie am meisten beschäftigt.

Danken möchte sie allen, die auf das Konto der Heimatzeitung Geld gespendet haben, aber auch jenen, die mit Sachspenden und unentgeltlicher Arbeit geholfen haben: insbesondere den Eltern der Saatschule, des Kindergartens Lössel und der Brabeckschule, den Fliesenlegern Michael Blankenberg und Daniel Grothusmann, den Containerdiensten Giebelhausen und Vohle, den Firmen Verfuß (Putzarbeiten) de Lange (Laminat), Schlüter-Systems (Baumaterial), Hellweg (Baumaterial) Schlieck (‘Türeneinbau) Küchen Mannesman sowie der Aktion Lichtblicke.

Das könnte dich auch interessieren