„Alles so schön hell und so geräumig“

Martina Becker (rechts) war eine der Ehrenamtlichen, die durch den Neubau des Hospizes führten.
Martina Becker (rechts) war eine der Ehrenamtlichen, die durch den Neubau des Hospizes führten.
Foto: IKZ

Letmathe..  Auf sehr große Resonanz stieß am Samstagnachmittag das Angebot des Hospizes Mutter Teresa, sich selbst ein Bild von den schon weit fortgeschrittenen Arbeiten am Neubau zu machen, der ab Ende August genutzt werden soll. „Die ersten Interessierten warteten schon vor dem Beginn vor der Tür“, freute sich Hospizleiterin Lucyna Krzeminski.

Derzeit ist der Innenausbau in vollem Gange. Damit die Besucher einen noch besseren Eindruck bekommen konnten, symbolisierten Gegenstände die künftige Nutzung der Räume. Mit Liebe zum Detail waren auch die kleinen Tischchen in den sechs Zimmern (samt jeweils eigener Nasszelle) dekoriert, die künftig den Hospizgästen eine ansprechende und angemessene Umgebung für die letzte Phase ihres Lebens geben werden, wobei ein Raum auch zum Beispiel für die Übernachtung von Angehörigen genutzt werden kann.

Auch Einblick in die eigene Lebensgeschichte gegeben

Auch die Kondolenzecke im Flur war bereits provisorisch eingerichtet worden. „Dort brennt auch künftig immer dann eine große Kerze, wenn ein Gast gerade verstorben und noch im Haus ist“, erklärte Martina Becker. „So wissen dann alle, die das Hospiz betreten, gleich Bescheid.“ Die 55-jährige Mendenerin ist eine von 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die in der Einrichtung auf vielfältige Weise den zehn hauptamtlichen Kräften „den Rücken frei halten“, damit die sich voll und ganz auf die Pflege der Gäste konzentrieren können. Dazu kommen noch 25 weitere Ehrenamtliche, die außer Haus im Einsatz für die Hospiz-Sache sind, zum Beispiel an Infoständen. Weitere sind stets willkommen.

Gemeinsam mit einigen Hauptamtlichen und Mitgliedern des Fördervereins übernahm Martina Becker am Samstag auch die Führungen für die Besucher, und gab dabei nicht nur Einblicke in die künftige Nutzung der 500 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, sondern nebenbei auch noch in ihre eigene bewegende Lebensgeschichte: Nur einen Monat nach ihrem Mann, der im September 2008 an Krebs in einem Pflegeheim gestorben war, starb ihre Mutter auf der Intensivstation eines Krankenhauses. „Und im September 2009 erlag dann meine Schwester hier im Hospiz ihrer Krebserkrankung. Wenn ich es mir einmal aussuchen muss – ich ziehe das Hospiz vor.“

Seit fünf Jahren hilft Martina Becker dort jetzt immer am Samstagnachmittag. „Ich dachte mir, ich könnte meine Zeit sinnvoller nutzen als zuhause vor dem PC.“ Das Engagement sei nicht nur ein sehr gutes Kontrastprogramm zu ihrem stressigen Job in der Lagerlogistik einer Mendener Firma. „Für meine Seele war es eine wichtige und gute Entscheidung, hier zu arbeiten.“ Es sei eine ganz besondere Atmosphäre im Haus, und bei einigen der Gäste, die man alle stets gerne länger bei sich hat, um eben noch besser auf ihre letzten Wünsche eingehen zu können, habe sie sich gewünscht, diese früher kennen gelernt zu haben: „Das waren so interessante Menschen.“

Auf die Arbeit im Neubau freut sich Martina Becker: „Alles ist so schön hell, und so geräumig habe ich es mir selber gar nicht vorgestellt.“ Ein echtes Schmuckstück wird auch der gut 1000 Quadratmeter große Garten, und zwar dank eines Gemeinschaftsprojektes der Service-Clubs aus der Region, das am Montagabend vorgestellt wurde (Bericht folgt).

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