Abschied von einem Heimatfreund

Der Heimatfreund und -pfleger, Poalbürger, ehemalige Dröscheder Ortsvereinssprecher und Autor Hermann Holtmeier ist gestorben
Der Heimatfreund und -pfleger, Poalbürger, ehemalige Dröscheder Ortsvereinssprecher und Autor Hermann Holtmeier ist gestorben
Foto: IKZ
Der Poalbürger und Heimatfreund Hermann Holtmeier ist tot. Er starb im Alter von fast 92 Jahren.

Dröschede..  Nicht nur der Heimatverein Dorf Dröschede, sondern alle im Ort ansässigen Vereine trauern um Hermann Holtmeier. Der „Ehrensprecher“ der Ortsvereine, Poahlbürger, Heimatfreund und -pfleger sowie Buchautor ist am 11. April im Alter von fast 92 Jahren gestorben.

Ein echter Experte in Sachen Heimatgeschichte

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens: „Mit Hermann Holtmeier verliert die Stadt Iserlohn einen sehr engagierten und profilierten Ortsheimatpfleger für Dröschede, für den seine Tätigkeit im historischen Bereich mehr Lebensinhalt als Hobby war. Über 25 Jahre war er als Stadtführer tätig und hat als Dozent in der Iserlohner Volkshochschule vielen Menschen sein Wissen als Heimatforscher nahegebracht. Als Autor schrieb er nicht nur das Buch über die Iserlohner Straßennamen, sondern machte sich mit zahlreichen anderen Publikationen um die Geschichte der Stadt einen Namen. Für all sein Wirken in dieser Stadt bin ich sehr dankbar.“ Ilona Höche, die Vorsitzende des Heimatvereins Dorf Dröschede: „Mit dem Tod von Hermann Holtmeier ist das Gesicht der Geschichte Dröschedes verschwunden. Keiner wird jemals wieder so präzise und akkurat die Geschichte des Dorfes so fortschreiben können, wie Hermann es getan hat“.

Hermann Holtmeier galt in der Tat als einer der Experten sowohl der Dröscheder, als auch der Iserlohner Geschichte. Selbst im Alter von 80 Jahren fand man ihn noch fast täglich im Iserlohner Stadtarchiv, stets auf der Suche nach Details aus Familiengeschichten, Grundbuchauszügen oder historischen Ereignissen aus der heimischen Industrie. Dorthin wanderte er morgens von seinem Haus am Südenberg. Anlässlich eines runden Geburtstages verriet er einem der Heimatzeitung, dass er sich mittags pünktlich auf den Heimweg machen musste, damit das Essen nicht kalt wurde.

Unter dem damaligen Letmather VHS-Leiter Kurt E. Becker leitete Holtmeier den Arbeitskreis „Städte und Landschaften“. In Zeiten, als das allgemeine Reisen begann, aber die Leute noch kein Fernsehen hatte, standen solche Vorträge als Reisevorbereitung hoch im Kurs. In Artikeln der Heimatzeitung hat Hermann Holtmeier den Lesern die Geschichte der Heimat nahe gebracht. Er ist nicht nur Autor des Buches: „Markante Köpfe von Iserlohn“, sondern veröffentlichte zusammen mit Udo Wiedemeyer auch die Bedeutung der Iserlohner Straßennamen. Dafür wurde beiden im Oktober 2009 durch den damaligen Bürgermeister Klaus Müller die Ehrennadel der Stadt Iserlohn verliehen. Holtmeier ist auch Träger des Bundesverdienstkreuzes. Nicht vergessen darf das Buch „Dröschede – Chronik eines Dorfes, das von ihm 1985 anlässlich des 650. Geburtstages von Dröschede herausgegeben wurde. Neben all der Forschungsarbeit hat sich Hermann Holtmeier auch stets für sein Dröschede eingesetzt. Als der Medice-Seniorchef Gustav Pütter einst einen Heimatverein gründen wollte, bat er auch Hermann Holtmeier hinzu. Kaum dabei, wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden, später dann zum Vorsitzenden gewählt.

Die Beisetzung findet auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familien- und Freundeskreises statt.