Abschied von Berthold F. Kosian

Letmathe.. Wenn er wollte und die Gelegenheit ihm sinnvoll erschien, konnte er aus innerer Überzeugung und aus dem Stand der Berthold F. sein, wenn der Anlass ihm allerdings großen oder kleinen Grund zur Freude gab, konnte er aber eben auch einfach „der Berti“ sein. Mit einem guten Spruch auf den Lippen und einem ansteckenden Lachen von tief innen heraus, das manchmal den ganzen Mann wackeln ließ. Und den Nachnamen Kosian führte er ohnehin mit allergrößter Selbstverständlichkeit und Stolz wie einen Adelstitel.

Keine Frage, Berti Kosian war populär. Zum einen natürlich, weil er aus einer bekannten Letmather bzw. Untergrüner Unternehmer- und Kaufleute-Familie stammt. Zum anderen aber auch, weil er immer Teil einer auf ihre Art durchaus besonderen Letmather Szene war. Eine Szene, die es in jungen Jahren wahrlich knacken ließ und sich auch auf dem Weg ins Rentenalter durch ein ganz bestimmtes Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Lockerheit auszeichnete. Letmathe eben. Und natürlich auch, weil er im Auftrag der Heimatzeitung fast drei Jahrzehnte in der heimischen Geschäftswelt unterwegs war.

Wer Berti Kosian als Freund im Leben, als Kollegen im Verlag oder überzeugten und unermüdlichen Mitstreiter in guten Sachen (z.B. bei der Werbegemeinschaft Letmathe) an seiner Seite hatte, durfte sicher sein, es mit einem Ausbund an uneingeschränkter Verlässlichkeit, zupackender Hilfsbereitschaft und tiefer Treue zu tun zu haben. Und mit einem unerschütterlichen Optimisten. Die ganz großen Probleme gab es für Berti selten. Lösungen hingegen für so ziemlich alles.

Man wusste manchmal nicht, was man mehr bewundern sollte: die innere Kraft, mit der er in den letzten Jahren die zahlreichen gesundheitlichen Warnschüsse und auch ernsten Tiefschläge gemeistert hat oder die dem Anschein nach angstfreie Lockerheit, mit der er sich immer wieder der Zukunft, seiner Zukunft und der seiner Mitmenschen, zuwandte.

Berti Kosian machte es fraglos immer Spaß, dort zu sein, wo er gerade war. Und das konnte eigentlich überall sein. Am besten zusammen mit seiner Babsi. Doch am liebsten war er mit ihr – glaube ich – in Kärnten, dem Land seiner Väter. Das war dann für ein paar Wochen im Jahr seine echte Seelen-Heimat. Da konnte dann selbst Letmathe für den Moment nicht mit. Berthold F. Kosian ist am Samstag nach einer kurzen, schweren Erkrankung im Alter von 61 Jahren gestorben.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Samstag, 21. Februar 2015, um 11 Uhr in der Friedhofskapelle Iserlohn-Letmathe, Dümpelacker, statt.