Für ein Jahr in die USA : Botschafterin eines multikulturellen Landes

Letmathe. Zum zweiten Mal ist eine Schülerin des Gymasiums Letmathe als Stipendiatin des Parlamentarischen Partnerschaftsprogramms (PPP) ausgewählt worden. Die sechzehnjährige Selen Kazan wird das nächste Schuljahr an einer High School in Amerika verbringen.
Die Zehntklässlerin wurde von der Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag persönlich ausgewählt, um als junge Botschafterin in ihrer amerikanischen Gastfamilie und Schule das gegenseitige Verständnis der beiden Kulturen zu fördern - das ist das Ziel des Programms, das vom deutschen Bundestag und vom Kongress der Vereinigten Staaten getragen wird.
Bevor Selen unter den zahlreichen Bewerbern ausgewählt wurde, musste sie erst einige Hürden überwinden. Zunächst nahm sie am Auswahlverfahren der Austauschorganisation „American Field Service” teil, wo sie vor allem in Diskussionen und Rollenspielen beweisen musste, dass sie mit ungewohnten Situationen umgehen und auf Menschen zugehen kann. Dabei wurden reale Probleme nachgestellt, die während des Aufenthalts auftreten können, um zu testen, ob die Schüler in der Lage sind, angemessen auf Schwierigkeiten zu reagieren. Vier der Bewerber, darunter Selen, empfahl die Organisation dann an Dagmar Freitag weiter. Die war besonders vom Motivationsschreiben der Letmather Schülerin beindruckt: „Selens Aufsatz war sensationell gut, so etwas habe ich in vierzehn Jahren noch nicht gelesen.” Dementsprechend hohe Erwartungen hatte die Abgeordnete an das persönliche Bewerbungsgespräch - und die gelang es Selen zu erfüllen.
„Dabei war ich eigentlich ziemlich nervös”, gibt die Schülerin zu. „Besonders weil ich die Frage, welche Themen gerade in den Nachrichten sind, nicht beantworten konnte.” Doch das sollte am Ende nicht den Ausschlag geben. Im Gegenteil: „Die Entscheidung ist sehr schnell gefallen”, berichtet Dagmar Freitag. „Und ich glaube, wir haben eine sehr gute Wahl getroffen.”
Im nächsten Schritt sucht die Austauschorganisation eine Gastfamilie für Selen. Einfluss darauf, wo in Amerika sie ab August ein Jahr lang wohnen wird, hat die Schülerin nicht. Das ist für Selen aber auch nicht das Entscheidende: „Eine nette Gastfamilie finde ich viel wichtiger als zum Beispiel nach Florida oder Kalifornien zu kommen.”
Von ihrem Auslandsjahr verspricht sich die Sechzehnjährige Selbstständigkeit und Offenheit Neuem gegenüber. Außerdem freut sie sich darauf, in eine dritte Kultur einzutauchen. Als erste Stipendiatin mit Migrationshintergrund will sie ihrer Gastfamilie auch vermitteln, „was für ein multikulturelles Land Deutschland ist.” Auf Dagmar Freitags Hilfe kann sie dabei zählen. Die Abgeordnete hält mit ihren Stipendiaten über Email Kontakt und hat es bisher jedes Mal geschafft, sie während ihres Aufenthalts in Amerika zu besuchen.










