70 Jahre Frieden fröhlich feiern

Diese Friedensstele soll im Park von Haus Letmathe errichtet werden. Franjo Schlotmann, Otto Kröger, Gisela Wydra, Burckhardt Hölscher und Dr. Norbert Hesse (v. li.) zeigen ein Modell.
Diese Friedensstele soll im Park von Haus Letmathe errichtet werden. Franjo Schlotmann, Otto Kröger, Gisela Wydra, Burckhardt Hölscher und Dr. Norbert Hesse (v. li.) zeigen ein Modell.
Foto: IKZ
70 Jahre Frieden in Letmathe, das soll mit einem großen fest im und am Haus Letmathe am Wochenende 30. und 31. Mai gefeiert werden.

Letmathe..  „Es gab in Letmathe noch nie einen so langen Zeitraum ohne Krieg. Dafür sind wir dankbar und das wollen wir feiern“, sagt Pastor Burckhardt Hölscher. Er ist einer der Organisatoren des Kultur- und Friedensfestes „70 Jahre Frieden in Letmathe“, das am Samstag, 30. Mai, und Sonntag, 31. Mai, im und am Haus Letmathe gefeiert wird. Der Förderverein Haus Letmathe, der Heimatverein und viele weitere Letmather Vereine wirken mit.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrscht Frieden in Deutschland und seinen Nachbarländern. Am 16. April 1945 war der Krieg in Letmathe mit dem Einmarsch der Amerikaner zu Ende. „Grund genug fröhlich zu sein“, sind die Veranstalter überzeugt. Und zu einer fröhlichen Veranstaltung gehört vor allem Musik. An zwei Tagen folgt ein Auftritt auf den nächsten. Jini Meyer und Jan Zimmer („Luxuslärm“) haben zugesagt. Musikschüler der Rock- und Popfabrik sind ebenso dabei wie der Oratorienchor Letmathe, die Blechbläser des Hegerings und der Sängerbund Letmathe. Als große Klangkörper werden die Bigbands der Musikschule Iserlohn und des Gymnasiums Letmathe, der Gospelchor der Friedenskirche und das Orchester der Realschule nicht zu überhören sein.

„Toto Biclo“ aus Frankreich präsentiert eigene Chansons

Aus der französischen Partnerstadt Auchel kommt die Band „Toto Biclo“ zum „Kultur- und Friedensfest“. Diese Gruppe hatte schon bei der 975-Jahr-Feier von Letmathe vor vier Jahren mit eigenen Liedern für Unterhaltung gesorgt. Dass die Gäste aus Frankreich kommen, ist in Hölschers Augen ein Symbol für die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Krieg.

Auch die Stadtbücherei, der Hausfrauenbund, die Landsmannschaft Ostpreußen, die Hubertusschützen und weitere Gruppierungen sind am Fest beteiligt, das übrigens mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet wird. Es gibt zu essen und zu trinken (Cafeteria im Gewölbekeller, Wein- und Sektschänke im Turm, Grillstand im Hof) und Angebote für Kinder.

Bei aller Fröhlichkeit sollen ernste Aspekte nicht zu kurz kommen. So ist geplant, beim Fest im Park von Haus Letmathe eine 2,20 Meter hohe Stele als Mahnmal zu errichten. Sie besteht aus kreuzförmig miteinander verbundenen Stahlplatten mit Rostüberzug, aus denen die Silhouetten von 12 Friedenstauben herausgelöst sind.

Leihgaben von Bürgern für eine Ausstellung gesucht

Des weiteren sind zwei Ausstellungen geplant: In der Bücherei werden in einer historischen Ausstellung des Letmather Geschichtskreises Russlandbilder des verstorbenen Letmather Künstlers Josef Gellenbeck gezeigt. Für eine Ausstellung im Heimatmuseum ist die Mithilfe der Bürger gefragt. Gesucht werden Erinnerungsstücke aus der Endphase des Weltkriegs und aus der ersten Nachkriegszeit. Alle Bürger, die hierzu etwas beisteuern können, sind aufgerufen, die Ausstellung mit Leihgaben zu bereichern. „Das kann ein altes Fotos oder eine Urkunde, aber auch ein Wehrpass, ein Henkelmann oder eine Lebensmittelmarke sein“, nannte Franjo Schlotmann vor der Presse ein paar Beispiele. Die Leihgaben können ab sofort sonntags von 10 bis 12.30 Uhr im Heimatmuseum von Haus Letmathe abgegeben werden

Im Vorfeld des Festes geben drei Abende (jeweils 19.30 Uhr) im Gewölbekeller Gelegenheit, über Krieg und Frieden nachzudenken. Am 15. April spricht Dr. Ralf Blank, Ressortleiter bei der Stadt Hagen über Zusammenbruch und Wiederaufbau.

Am 20. Mai erzählen Zeitzeugen, wie sie das Kriegsende in Letmathe erlebt haben. Am 27. Mai ist Hochschullehrer Janucz Witt aus Breslau zu Gast. Er ist Vorsitzender der Bonhoeffer-Gesellschaft in Polen und Mitbegründer der Stiftung Kreisau.