2015 – das Jahr der Stich- und Gedenktage

Der Chor der Friedenskirche begleitete den Neujahrsempfang der evangelischen Kirchengemeinde mit mehreren Einlagen.
Der Chor der Friedenskirche begleitete den Neujahrsempfang der evangelischen Kirchengemeinde mit mehreren Einlagen.
Foto: IKZ

Letmathe..  Ein bisschen Gottesdienst, jede Menge Unterhaltung, ganz viel Geselligkeit und ein reichhaltiges Buffet – die evangelische Kirchengemeinde Letmathe hat ihren Mitarbeitern am Montagabend einen rundum gelungenen Neujahrsempfang im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus geboten. Prägender Bestandteil einer solchen Veranstaltung sind natürlich die Rück- und Ausblicke. Bei dieser Gelegenheit erwähnte Pfarrer Burckhardt Hölscher das Westportal der Friedenskirche, dessen Renovierung der Förderkreis mit 10 000 Euro unterstützt hat.

Begleitfilm zum Bau der Kirche weckt Erinnerungen

Die Kirche stand zum Ende des Empfangs noch einmal im Mittelpunkt, schließlich jährt sich im Sommer zum 60. Mal der Jahrestag der Grundsteinlegung. Mit einem Hinweis darauf war es aber nicht getan. Egbert Brottka begleitete nämlich die Bauzeit zwischen 1955 und 1957 mit seiner Videokamera. Die Spule mit dem knapp 30-minütigen Film ist wieder aufgetaucht und digitalisiert, vor allem aber gezeigt worden. Die Gäste genossen es, alte, zum Teil längst verstorbene Größen aus Stadt und Gemeinde wieder zu sehen. „Auch unsere Gruppen und Kreise können den Film anfordern und zeigen“, sagte Hölscher.

Eher in Richtung Diashow ging die Vorstellung des Bibelgartens, um den sich Brigitte Wiedkamp, Astrid Dicke und Elisabeth Blankenagel seit einigen Jahren kümmern – mit Erfolg, wie an den vielen blühenden Blumen, Kräutern und Pflanzen zu sehen war.

Natürlich schwelgten die Empfangsgäste nicht ausschließlich in Erinnerungen. Im laufenden Jahr stehen einige bedeutende Veranstaltungen und wichtige Stichtage an. So ist 2015 zum Matthias-Claudius-Jahr erklärt worden. Der deutsche Lyriker und Dichter starb vor 200 Jahren. Deshalb sangen die Anwesenden mit Unterstützung des Chors auch mehrere von Claudius geschriebene Lieder, unter anderem „Ich sehe oft um Mitternacht“ und natürlich „Der Mond ist aufgegangen“, das laut Pfarrer Hölscher beliebteste Lied der Deutschen. 70 Jahre ist es her, dass Dietrich Bonhoeffer, Namensgeber des Gemeindehauses an der Friedensstraße, rund einen Monat vor Kriegsende hingerichtet wurde. Das Ende des Krieges markiert den Beginn der bis heute andauernden Friedenszeit in Deutschland. Das wird am letzten Mai-Wochenende im Park von Haus Letmathe gefeiert. Titel der Veranstaltung: „70 Jahre Frieden in Letmathe“.

Karten für Lutheroratioriumin Dortmund erhältlich

Der große Tag der von Martin Luther ausgelösten Reformation schlägt zwar erst 2017, dann liegt die Geburtsstunde der reformierten Kirchen exakt 500 Jahre zurück. Doch schon im kommenden Herbst sind die Geschehnisse von damals ein ganz großes Thema. In der Westfalenhalle Dortmund wird am 31. Oktober das „Lutheroratorium“ von Michael Kunze und Dieter Falk aufgeführt. Die Gemeinde hat sich 70 Eintrittskarten gesichert, Interessierte können sich ihr Ticket bis zum 19. Februar im Gemeindebüro sichern.

Pfarrer Hans-Peter Marker präsentierte zudem die Losung für das laufende Jahr, „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ aus den Römerbriefen vor und stellte in diesem Zusammenhang die Frage nach dem richtigen Zugang zum Glauben. Markers Vorschlag: „Nehmt einander an, haltet einander aus, ertragt den anderen. Schaffen wir das, strahlt der Glanz Gottes aus.“