Zahn lässt den Hammer kreisen
11.08.2009 | 18:36 Uhr 2009-08-11T18:36:00+0200
Laute Gitarrensounds, fetzende Drums und dröhnende Bässe - das erinnert an AC/DC, Iron Maiden oder Sweet - an lange Haare, dunkle T-Shirts und Lederhosen. Relikte aus vergangenen Zeiten? „Nein", widerspricht Thorsten Zahn. „Harten Rock hören heute auch ganz junge Leute".
Der gebürtige Kamener muss es wissen, denn er leitet die Redaktion von "Metal Hammer" - dem Fachblatt für alle Hardrock-Fans.
„Wir feiern in diesem Jahr den 25. Geburtstag der Zeitschrift", verrät Zahn, der mit seinen acht Jahren im Chefsessel der bisher „dienstälteste" Boss dort ist. Dabei ist Thorsten Zahn selbst erst 37 Jahre alt. „Ich konnte es kaum glauben, als man mich damals fragte, ob ich den Posten übernehmen will", so der Hardrock-Experte. Schließlich sei er zu dem Zeitpunkt erst ein gutes halbes Jahr Redakteur bei Metal Hammer gewesen. Doch weder er noch die Verlagsleitung scheinen die Entscheidung bereut zu haben.
Mit dem damals 29-Jährigen holten sie sich einen ausgemachten Kenner der Szene mit ins Boot. Bereits von Kamen aus hat er als Schüler und Zivildienstleistender gemeinsam mit Kumpels sogenannte „Fanzines" - von Fans selbstgestrickte Musikzeitschriften - herausgegeben und verkauft. „Natürlich war es da von Vorteil »schreiben» zu können. Aber kein Problem, schließlich hatte ich gute Kamener Lehrer", schmunzelt er und fügt hinzu, dass ihn damals der jetzige Bürgermeister Hermann Hupe in Deutsch unterrichtete.
Nach dem Zivildienst verschlug es den jungen Kamener nach Hamburg, wo er für eine Plattenfirma Pressearbeit leistete. Sein Versuch, durch das Studium der Sozialarbeit in Dortmund dem Hardrock beruflich noch einmal abzuschwören, schlug fehl. Er landete doch wieder bei einer Musikzeitschrift und absolvierte dann als logische Konsequenz doch noch eine Ausbildung zum Musikredakteur.
Heute leitete er eine Redaktion mit fünf festen und fünf freien Mitarbeitern, die einmal im Monat auf etwa 150 Seiten fachkundig über alles berichten, was die Rock-Szene bewegt. „Das heißt unter anderem auch, Unmengen an Konzerten besuchen - dieses Jahr sind es elf Festivals an den Wochenenden", erläutert Zahn und macht deutlich, dass so ein Job nur mit viel Engagement und Herzblut zu bewältigen ist. „Meine Freundin arbeitet auch in der Branche, sonst würde es nicht funktionieren", weiß er.
Seine „alte Heimat" hat der Wahl-Münchner allerdings nicht vergessen. „Ich komme regelmäßig zu meinen Eltern und meiner Schwester an Geburts- und Feiertagen. Außerdem bin ich eingefleischter Schalke-Fan und zu wichtigen Spielen bin ich selbstverständlich da", lacht er, der früher sogar Dauerkartenbesitzer auf Schalke war.
Doch für solche Hobbys hat er mittlerweile wenig Zeit. „Ab und zu koche ich zu Hause ganz gerne", fällt ihm noch ein. „Oder ich kümmere mich um meine Vinylsammlung." Musik bestimmt sein Leben und deshalb wundert es nicht, wenn er sagt: „Ich kann mir vorstellen, noch sehr lange Chef von Metal Hammer zu bleiben. Ich würde erst aufhören, wenn ich merke, dass ich mich von der Leserschaft zu weit entferne."
22:55
Uwe ! Ich glaube Sie meinten 20 Wochen oder ? :-) Hatte es heute noch erlebt in einem Laden, dort lief zwar nur Springsteen, doch einige Kunden pfiffen sofort mit, das passiert bei Tokio Müll und Charts-Schrott bestimmt nicht.
20:36
Gute Musik hat nix mit dem Alter zu tun und Qualität setzt sich durch. Die eintagsfliegen von heute hört sich doch keiner mehr in 20 Jahren an!