Welturaufführung in Kamen
20.07.2010 | 15:11 Uhr 2010-07-20T15:11:00+0200
Kamen.Bis die wiederentdeckte und in Dortmunder Fassung präsentierte Version „Septem Verba“ des Komponisten Giovanni Battista Pergolesi in Kamen uraufgeführt wurde, mussten sich die Besucher in der Kirche Heilige Familie ein Weilchen gedulden: Mit „Stabat Mater“ wurde zunächst wohl Pergolesis berühmtestes Werk von den Teilnehmern der 13. Internationalen Musikwoche „Campus Cantat“ unter der Leitung von Reinhard Fehling zu Gehör gebracht.
Den stimmgewaltigen Chor bildeten rund 70 Sängerinnen und Sänger unter anderem aus Bulgarien, England, Ghana, Makedonien, Tschechien, Ungarn und Russland, die alle noch bis zum 21. Juli die 13. internationale Musikwoche an der Technischen Universität Dortmund bereichern. In der gut besuchten Kirche hatten es die Solisten teils nicht leicht, sich durchzusetzen, doch wer die individuelle Mischung aus Oper und Frömmigkeit mag, die gerade Pergolesi, der so jung verstorbene Komponist, mit „Stabat Meter“ präsentierte, kam im ersten Teil des Konzerts voll auf seine Kosten.
Das i-Tüpfelchen bildete an diesem Abend natürlich die Uraufführung von „Septem Verba“: Die einzelnen Manuskripte – aufgespürt von Reinard Fehling, in monatelanger Arbeit zur Partitur von ihm zusammengeschlossen und jetzt in Kamen als Ganzes uraufgeführt, gingen ans Herz. Ein wenig schwerer und getragener als „Stabat Mater“, dafür aber noch ein wenig einfühlsamer. Erschlossen wurde jedes einzelne der sieben Worte, die Jesus noch am Kreuz seinen Anhängern mit auf den Weg gab, durch theologische Meditationen von Professor Dr. Thomas Ruster. Die Besetzung mit Streichquartett, Harfe, Oboe, Trompete und Horn war rund, und auch der Chorpart, den Reinhard Fehling nach eigenen Worten „für Campus Cantat 2010 ohne ansonsten eine Note am Original zu verändern – behutsam hinzu komponiert hat“ — überzeugte.
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