Viel Symbolik zwischen Sand und Asche
02.10.2011 | 16:47 Uhr 2011-10-02T16:47:40+0200
Kamen.„Wir alle sind politisch denkende Menschen und reflektieren die Kultur in unseren Werken“, erklärt Reimund Kasper mit einem Satz nicht nur die Namensgebung der Künstlergruppe „Reflex“, sondern auch das Thema ihrer gemeinsamen Ausstellung „Werkschau 2011“ anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens im „Haus der Stadtgeschichte“.
Über 70 Werke von zwölf Künstlern schmücken schon seit Mitte September die Wände und Podeste der früheren Stadtbücherei. Am Sonntag nahmen die Künstler sich die Zeit, Interessierten Rede und Antwort zu stehen.
Erwin Piepenbrink nutzte die Gelegenheit seine beiden Werke „Schöne bunte Welt“ und „Der Winter deckte alles zu“ zu erläutern. Seine Bilder erzählen von Krieg, Elend und Zerstörung, gleichzeitig wird das Unschöne von einer dicken Schneeschicht verdeckt. Piepenbrink malt fast ausschließlich mit seinen Fingern. In letzter Zeit beschäftigte sich der Kunstgeschichtler mit Schwarz-Weiß-Malereien. Seine künstlerischen Impulse entstehen meist spontan. „Die Idee zum Bild kommt erst inmitten der Phase des Malens“, erklärte er am Sonntag.
Auf der Suche nach Inspiration lässt Künstler Thomas Hugo sich von seinem Alltag leiten. Nicht selten begegnet er aktuellen Themen skeptisch. Sein Werk „Ausgerechnet jetzt habe ich keinen Empfang“ ist eine Kritik an der Kommunikationslust der heutigen Zeit. „Alles wird in sozialen Netzwerken öffentlich gemacht. Nicht einmal im Urlaub nimmt sich der Mensch Zeit zur Entspannung“, stellte der Künstler fest. Er selbst findet Lockerung bei seiner Hündin Lilli. Sie gilt auch als Muse für zahlreiche Skulpturen von Vierbeinern namens „Lucky“.
Andrea Peckedrath hingegen beschäftigt sich mit Naturmaterialien. Ihre Bilder gestaltet sie mit Asche, Erde und Sand. Sand trägt für sie die Bedeutung von Leben, Asche ist eine Symbolik für den Tod. Ihre Werke „Zufall des Seins“ und „Die Behausung“ sind Malereien mit grafischen Strukturen.
Die Skulpturen von Karin Bartscher sind geometrisch und organisch. Sie bearbeitet jegliche Hölzer zu einzigartigen Plastiken. Ohne Zeichnung setzt sie sich an das Material. „Ich arbeite mit dem Holz und nicht dagegen“, erklärt sie.
Reimund Kasper thematisiert in seinen Bildern Erinnerungen an Landschaften, teilweise sogar weit zurückliegende Eindrücke aus seiner Kindheit. Trotz seiner Neigung zum Abstrakten wird in seinen Öl-Malereien deutlich, dass er der Natur Freiraum geben will.
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober jeweils dienstags und donnerstags von 12-14 Uhr und 14-17 Uhr, sowie freitags von 10-12 Uhr und sonntags von 14-17 Uhr zu sehen.
0mitdiskutieren