Taxiverbot nimmt Senioren Einkaufstouren
23.02.2010 | 17:47 Uhr 2010-02-23T17:47:00+0100
Kamen. Rose-Marie Sombrowski ist 77 Jahre alt, hat viel erlebt in ihrem Leben – auch viel Schreckliches. Unterkriegen aber lässt sie sich so schnell nicht. Nun überlegt sie, wie sie gegen das Ordnungsamt der Stadt vorgehen könnte.
Das nämlich hat ihr und allen anderen Betroffenen verboten, sich per Taxi vom Supermarkt in der Fußgängerzone abholen zu lassen.
Taxifahrer dürfen gehbehinderte Senioren nicht bei Rewe in der Fußgängerzone abholen . Was halten Sie davon?
Rose-Marie Sombrowski ist geh- und sehbehindert. Auf die Einkäufe im Supermarkt aber will sie nicht verzichten. Längere Fahrtstrecken zu anderen Rewe-Niederlassungen sind ihr zu teuer. „Millionärin bin ich nicht”, ärgert sie sich. Außerdem will sie sich auch nicht im Alter plötzlich vorschreiben lassen, wo sie und wann sie einkauft.
Allein steht sie damit nicht. Eine ganze Reihe Senioren bitte Tag für Tag im Supermarkt in der Fußgängerzone darum, dass man ihnen ein Taxi ruft, erzählt Marktleiter Christian Krause. Für die Taxiunternehmen in der Stadt ist diese Situation ebenfalls bei weitem kein Einzelfall. „Die Leute werden immer älter, und da hat man schon mal Gebrechen”, erzählt Mafnred Kramer, als Zentralist der Mann an Funk und Telefon bei Taxi-Tanja. Zu seinen Kunden gehört Rose-Marie Sombrowski.
Aber auch die Taxiunternehmen Moritz oder Kramer bestätigen die Situation – und sie verstehen die Haltung der Stadt nicht. In anderen Städten gebe es Taxistände in der Fußgängerzone, erzählt Volker Kramer von Taxi-Kramer. Seine Fahrer trauten sich nicht mehr in die Fußgängerzone, weil 30 Euro Strafe drohen.
Eine neue Linie bei der Stadt in dieser Frage bestätigt Ralf Tost. Der Hintergrund: Es habe immer mehr Beschwerden gegeben, weil Taxis Fahrgäste aus den Kneipen in der Fußgängerzone abholten. DieFahrgäste seien keineswegs nur Senioren und die Taxis laut dieser Beschwerden oft drängelnd und zügig unterwegs. Die Stadt hat daher die Taxi-Zentralen angeschrieben und auf die geltende Regelung verwiesen. Nur während der Freigabezeiten für Anlieferverkehr bis 11 Uhr dürfen auch die Taxen in die Fußgängerzone. Ansonsten gibt es Ausnahmen nur, wenn es um Arztbesuche gebrechlicher Fahrgäste gehe. Weitere Ausnahmen wurden Paketdiensten und Geldtransportern zugestanden.
„Wie sollen wir am Telefon kontrollieren, ob jemand gebrechlich ist?”, fragt Burkhard von Krei, Zentralist bei Taxi Moritz. Tagsüber seien heute überwiegend Senioren die Kunden der Taxiunternehmen. Ohne diesen Fahrservice würden die von der Teilnahme am öffentlichen Leben ausgeschlossen, mahnt er. Der Lieferservice, den der Supermarkt einmal pro Woche anbietet, ist keine echte Alternative. Christian Krause: „Viele Senioren kommen mehrfach pro Woche zum Einkaufen, das gehört zu ihrem Leben.”
Aber es gibt noch eine andere Klientel, so erzählen die Taxiunternehmer. Junge Damen ließen sich abends an Gaststätten abholen, weil sie sich nicht allein an dunklen Ecken vorbei trauen. Die Taxiunternehmen räumen ein, dass es Kollegen gebe, die nicht vorsichtig durch die Fußgängerzone tuckern, sondern ordentlich Gas geben. Wenn das geahndet werde, dafür hätten sie volles Verständnis.
Rose-Marie Sombrowski hofft auf ein Einlenken der Stadt. Für sie gebe es keine Alternative zur Taxifahrt in die Fußgängerzone und das dürfe man ihr einfach nicht nehmen.
15:53
Ich kenne ein dutzend Supermärkte die einen Parkplatz haben.
15:52
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14:57
Ich sehe nicht ein, warum ich mich als (rücksichtsvoller!) Radfahrer seit der Sanierung aus der Fußgängerzone verbannen lassen muss und im Gegenzug heulende Omis und Opis eine Sonderbehandlung bekommen wollen!
So weit ist es übrigens nicht bis zu anderen Läden (Aldi, Plus) außerhalb der Fußgängerzone.
Übrigens: Seitdem es das Verbot für RadfahrerInnen in der Fzone gibt, kaufe ich erheblich seltener dort ein. War das so gewollt?
14:02
Wenn sich die Taxifahrer nicht wie Rüpel in der Fußgängerzone benommen hätten, wäre dieses Verbot doch garnicht erst notwendig geworden. Nun ist das heulen groß, WER NICHT HÖREN WILL MUSS EBEN FÜHLEN. Rund um die Fußgängerzone gibt es genug Möglichkeiten, wo Taxis anhalten können um Fahrgäste auf zu nehmen. Die meisten Senioren, die noch alleine einkaufen gehen können, gehen an Markttagen sowiso durch die ganze Fußgängerzone über den Markt, oft mit Rollatoren.
12:25
Ich verstehe die Aufregung gar nicht! Im Falle des Rewe-Marktes gibt es doch die Möglichkeit von hinten an den Laden heran zu fahren!
10:27
Richtig!!! She ich auch so. Wo solman die Grenzen ziehen und dies auch nachhalten!!
23:40
Mmmmh, was ist das denn für eine diskussion? gebrechliche haben sechs Tage die Woche Zeit vormittags bis elf uhr einkaufen zu gehen. das reicht ja wohl.
wenn man bedenkt, dass nicht mal radfahrer durch die city dürfen. besonders, weil taxifahrer doch mit genügend tempo über die straße fahren. auch weil die ecke unübersichtlich ist. nicht auszudenken wenn die raser ein kind totfahren.
und wer angst hat abends vor die tür zu gehen, sollte vielleicht das lokal wechseln auf dem markt gibt es genug. oder gar nicht mehr rausgehen.