Taschentücher für betrübte Fans
11.08.2009 | 18:43 Uhr 2009-08-11T18:43:00+0200„Das erste halbe Jahr fand ich schrecklich”, sagt Elke Wegner über ihre Arbeit als Kioskbesitzerin. Dieses Gefühl habe sich aber schnell geändert, betont sie und führt ihren Kiosk seit fast zehn Jahren mit Leib und Seele.
Nach einer Erziehungspause für ihren Sohn fragte sich die gelernte Einzelhandelskauffrau: „Was machst Du eigentlich?”, und kam zu dem Schluss, dass sie den Kiosk an der Stormstraße weiterführen möchte. Obwohl sie bereits morgens um 5 aufsteht, um selbst gebackene Brötchen anzubieten, und erst um 21 Uhr wieder schließt, war es für sie nie ein Problem, Familie und Bude unter einen Hut zu bringen.
An ihrer Arbeit mag Elke Wegner besonders die sozialen Kontakte: „Ich bin gern viel mit Menschen zusammen.” Für viele ihrer Stammkunden ist sie dadurch zu einer Vertrauensperson geworden, die auch für Sorgen ein offenes Ohr hat.
Gegenseitiger Respekt ist ihr dabei sehr wichtig – besonders gegenüber Kindern. Wenn sich ein Erwachsener vordrängeln will, während ein Kind noch seine gemischte Tüte zusammenstellt, sagt Wegner ihm klar ihre Meinung.
Seitdem Elke Wegner den Kiosk übernommen hat, ist er fest in blau-weißer Hand – Wegner ist schließlich durch und durch Schalke-Fan. „Wir haben auch viele Schalker-Kunden, mit denen es viele schöne Gespräche gibt”, erzählt sie. „Die Schwarz-Gelben kommen auch”, aber Probleme hat es noch nie gegeben. Elke Wegner nimmt auch ihre Liebe zum Fußball mit Humor – ihre Kundschaft ebenso. Wenn der BVB mal ein Spiel verliert, finden die betrübten Fans im Kiosk Wegner so zum Beispiel Trost mit selbstgebastelten Taschentüchern: „Für BVB-Fans gratis”, erzählt sie grinsend. „Man foppt sich ein bisschen”.
Für ihr Warenangebot ist Wegners Motto „hab ich nicht – gibt es nicht”. Stets versucht sie, die Wünsche der Kunden zu erfüllen und kann sie manch einem bereits von den Augen ablesen. „Wenn morgens ein bestimmter Stammkunde kommt, weiß ich genau: Der will einen Kaffee und eine Zeitung”, sagt sie, „man ist schon mit vielen per Du”.
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