Staubfinger kämpft mit bösem Basta
14.02.2010 | 16:00 Uhr 2010-02-14T16:00:00+0100
Kamen. Ein Buch dessen Inhalt lebendig wird beim Lesen? Eine gruselige Vorstellung, wenn man bedenkt, was man alles damit anrichten kann. Aber nicht für Maggie. Die Protagonistin des Bestsellers „Tintenblut" von Cornelia Funke zeigte dem Publikum in der Konzertaula, was es bedeutet, mutig zu sein.
In der Fortsetzung des Jugendromans „Tintenherz" gelingt es Maggie sich in die magische Tintenwelt des Buches hinein zu lesen. Auf ihre Reise nimmt sie ihren Freund Farid mit, der zuvor von seinem besten Freund, dem Gaukler Staubfinger, in Stich gelassen wurde. Beide haben das Ziel Staubfinger vor dem Bösewicht Basta zu warnen. Während Maggie und Farid durch die Fantasiewelt irren, treffen die auf Fenolio. Er ist der eigentliche Schöpfer dieses Buches. Leider bemerkt er viel zu spät, dass seine Geschichten außer Kontrolle geraten. Die Sätze und Buchstaben in dem Buch ändern sich von einer Sekunde auf die andere.
Die Aufregung der Buchfiguren übertrug sich auf das Publikum. Viele Kinder umklammerten gespannt ihren eigenen Sitz und litten mit Maggie und Farid. „Ich hab' das Buch noch nicht gelesen, aber ich weiß trotzdem schon ein bisschen, wie es endet", verriet die neunjährige Greta Vigelius. Aufgeregt verfolgte sie das Treiben auf der Bühne.
Besonders das aufwendige Bühnenbild, das das „Theater auf Tour" in Eigenproduktion hergestellt hatte, beeindrucke viele. Es war ein riesiges, kunstvoll bemaltes Exemplar des Buches „Tintenblut". Aufgeklappt konnte das Publikum das Innere der Fantasiewelt bestaunen. Nicht nur die Kleinen waren davon begeistert. Auch die Erwachsenen sparten nicht mit Lob. Unter den Gästen gab es auch viele junge Leseratten, die den ersten und den zweiten Teil schon gelesen hatten. Umso gespannter aber verfolgten sie das dramatische Ende der Geschichte.
Denn zu all dem Übel trat ein weiterer Bösewicht in die Geschichte ein. Der Natternkopf hat die Absicht die Herrschaft über das Volk an sich zu reißen. In einer fesselnden Kampfszene zwischen dem guten Staubfinger und dem bösen Basta, der mit dem Natternkopf unter einem Hut steckt, erreicht die Spannung ihren Höhepunkt. Die Schwerter der Kämpfenden klirren wie wild und ständig geht ein Gegner zu Boden. Wird das Böse am Ende doch noch siegen? Die Anspannung war sogar dem Publikum ins Gesicht geschrieben.
Mittels einer neuen Waffe in der Fantasiewelt, einer Pistole, wehrt sich Basta. Fenolio ist völlig erstaunt über diese Pistole, denn so etwas habe er in seinen Geschichten nie erschaffen. Ein Zeichen dafür, dass die Geschichte bereits viel zu eigendynamisch ist. Mit einem gezielten Schluss gegen Farid scheint das Böse zu siegen. Doch Staubfinger ist mutig genug sich für seinen Freund Farid aufzuopfern und lässt sich von den „weißen Frauen" (den Feen des Todes) holen.
Wie die Geschichte weitergeht, haben einige vielleicht schon gelesen. Die anderen dürfen sich auf den dritten Teil der Bestseller-Trilogie der Autorin und Buchillustratorin Cornelia Funke freuen. Die sechs Schauspieler der Theatergruppe würden sich freuen, den leidenschaftlichen Theatergängern im kommenden Jahr das Ende der Geschichte präsentieren zu können.
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