Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde als klares Ziel
02.04.2010 | 15:15 Uhr 2010-04-02T15:15:00+0200
Kamen. Die politische Großwetterlage versetzt Peter Finke in ein Stimmungshoch. Als Spitzenkandidat der Rentner-Partei, will der 60-jährige Kamener am 9. Mai nicht nur in den Landtag einziehen, sondern auch an der Regierungsbildung beteiligt sein. Und das geht nach seiner Arithmetik so:
„Rechnerisch reicht es nicht für Schwarz-Gelb, auch nicht für Rot-Grün. Und wenn wir tatsächlich 5,3 Prozent holen, dann sind wir möglicherweise das Zünglein an der Waage.” Recht wäre ihm das allemal, „weil man tatsächlich nur in der Regierung Dinge verändern kann.”
5,3 Prozent – diese Ziel hat die Rentner-Partei in einer von ihr selbst organisierten Umfrage unter 1000 Passanten in den fünf NRW-Städten Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Bielefeld und Düsseldorf ermittelt. Die Zahl halte man auch deshalb für realistisch, weil im Gegensatz zur Europawahl diesmal die befreundete Rentnerinnen- und Rentnerpartei (RRP) nicht antritt, um die Wahl-Chancen für die Rentner zu erhöhen. Beide Parteien verhandeln intensiv über eine Fusion, die Ende des Jahres realisiert werden könnte.
Drei thematische Schwerpunkte setzen die Rentner im Wahlkampf: Rente, Gesundheit und Bildung. Die Rente soll nach dem Vorbild des Schweizer Modells umgebaut werden. „Alle, also auch Beamte und Selbstständige, sollen einzahlen”, meint Finke. Wer viel verdient, könne sich zusätzlich privat versichern, um im Rentenalter mehr zu haben.
Im Gesundheitswesen wollen die Rentner die Zahl der Krankenkassen drastisch reduzieren, um so bei den Lohnnebenkosten zu deutlichen Entlastungen zu kommen. „Die teuren Wasserköpfe müssen weg”, sagt Finke und schlägt vor: „Künftig nur noch eine Krankenkasse je Bundesland.”
Chancengleichheit für alle, ist der Leitfaden der Rentner in der Bildungspolitik. Zentrale Forderungen hier: Abschaffung der Studiengebühren für die Dauer der Regelstudienzeit. Und Abschaffung des Abiturs nach zwölf Jahren.
„Als Kind aus einer Bergmanns-Familie habe ich früh gelernt, was Solidarität und Fürsorge für sozial Schwächere bedeuten. Darum geht es mir auch in der Politik”, sagt Finke. „Wir als Rentner-Partei wollen dafür sorgen, dass die Spanne zwischen Arm und Reich wieder kürzer wird.” Die Landtagswahl ist die vierte Wahl innerhalb von elf Monaten für Finke.
Kluft zwischen Arm
und Reich verringern
Mehr als 35 000 Kilometer ist er in dieser Zeit über Städte und Dörfer gezogen, um für seine Partei zu werben. „Mit einem beschaulichen Rentner-Dasein hat das nichts zu tun. Aber mir ist diese Arbeit wichtig.” Der frühere Elektro-Fahrsteiger, unter anderem auf der Zeche Westfalen in Ahlen, hofft, dass sein Engagement am 9. Mai Früchte trägt. „Das wäre für unsere politische Arbeit Licht am Ende des Tunnels. Denn wir sind als Rentner im vergangenen Jahr nicht angetreten, um nur auf Wochenmärkten schöne Reden zu halten. Wir wollen mit gestalten!”
0mitdiskutieren