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Sohn schwer verletzt: Eltern fordern Lösung

28.08.2007 | 23:37 Uhr

Methler. Familie Möllmann wird diesen Tag im April 2006 nie vergessen. Ihr Sohn wurde durch den Fehler eines anderen bei einem Unfall verletzt, überlebte mit Glück, laboriert aber bis heute an den Folgen. Weitere schwere Unfälle auf der Kreuzung Lindenall

Erinnerungen und Emotionen kochen bei Anneliese und Karl-Heinz Möllmann immer wieder hoch. Drei Enkel passieren die Kreuzung auf dem Schulweg - die Angst ist täglich mit dabei. "Und es passiert nichts", protestiert Karl-Heinz Möllmann. Anneliese Möllmann wandte sich an unsere Zeitung. Gestern diskutierten die Eltern am Ort des Unfalls mit Stadtvertretern Lösungsansätze.

Einfach werde das nicht, obwohl es 2006 sechs Unfälle und mehrere Verletzte an dieser Stelle gab, schildert Beigeordneter Reiner Brüggemann. Die Lindenallee ist eine Landesstraße, für die Westicker Straße ist der Kreis zuständig. Dennoch ist die Stadt im Boot und bemüht sich um Lösungen, versucht er zu erklären. Den Möllmanns dauert das alles zu lange, ihnen sind die Aussichten zu vage. Sie beobachten immer wieder Beinaheunfälle, die nächste Katastrophe werde kommen.

Die Situation ist klar: Die Westicker Straße verliert an der Lindenallee ihre Vorfahrt, das realisieren Autofahrer immer wieder zu spät. Alles Bemühen um eine Optimierung der Beschilderung brachte nichts. Familie Möllmann fordert einen Kreisverkehr wie an Nachbarkreuzungen und eine Reduzierung des Tempos auf 50 km/h.

Das Tempolimit werde kaum durchzusetzen sein, glaubt Reiner Brüggemann. Einen Kreisel favorisiert seit Jahren auch die Stadt, Geld dafür wird überörtlich aber so schnell nicht aufzutreiben sein. Bestenfalls Ampeln scheinen bis 2009 finanzierbar, ergab ein Termin der Unfallkommission an der Kreuzung im Mai. Die defizitäre Stadt kann nicht in die Bresche springen.

Dennoch soll etwas geschehen, zumal mit dem Ausbau des A2-Anschlusses in Lanstrop mehr Verkehr droht. Temporeduzierung, optische und akustische Signale will die Stadt prüfen lassen, ein Ingenieurbüro soll Kosten eines Schlichtkreisels errechnen - vielleicht in Kombination mit einer Versetzung des an der Robert-Koch-Straße bald überflüssigen Kreiselprovisoriums. Garantien gibt es nicht, so Brüggemann, die Stadt aber werde alles Machbare tun. Die Möllmanns auch: Sie lassen nicht locker - schon der Enkel wegen.

Von Klaus-Peter Wolter

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