Sinfonie schlägt Bogen zum Broadway
14.01.2008 | 19:55 Uhr 2008-01-14T19:55:02+0100Kamen. Generalmusikdirektor Heiko Mathias Förster dirigiert die Neue Philharmonie Westfalen beim 5. Sinfoniekonzert am Mittwoch, 16. Januar, ab 20 Uhr in der Konzertaula. Erklingen werden US-Klassiker des 20. ...
... Jahrhunderts wie Barber, Korngold und Gershwin. Alle Komponisten des Programms, Samuel Barber, Erich Wolfgang Korngold und George Gershwin haben ihre familiären und musikalischen Wurzeln im alten Europa. Sie haben die Verbindung geschaffen von der Klassik zur Unterhaltungsmusik des Broadway.
Ins Zentrum der Konzerte stellt Heiko Mathias Förster das Violinkonzert D-Dur des im mährischen Brünn geborenen Erich Wolfgang Korngold, der 1934 vor dem sich verschärfenden Antisemitismus in die USA floh.
Hollywood und die Spätromantik vereint
Stilistisch steht Korngolds Violinkonzert zwischen der deutsch-österreichisch-böhmischen Spätromantik und der glamourösen Welt der goldenen Ära Hollywoods. Korngold knüpft dabei bewusst an Traditionen an in der Dreisätzigkeit der großformalen Anlage oder in der geigerischen Brillanz. Die Nähe des Konzerts zu Hollywood zeigt sich dagegen in der Tatsache, dass sich die Thematik des Werks nahezu ausschließlich aus Korngolds Filmmusiken speist - wobei der Komponist den Beweis erbrachte, dass er nicht nur das Talent für effektvolle musikalische Momentaufnahmen für den Film besaß. Ihm gelang es auch, aus diesem Material große sinfonische Zusammenhänge zu schaffen.
Interpretiert wird das Werk von der jungen österreichischen Geigerin Lidia Baich, die heute zu den bedeutendsten jungen Geigerinnen des internationalen Konzertgeschehens gehört. Die in St. Petersburg geborene Österreicherin entstammt mütterlicherseits einer bekannten russischen Musikerfamilie, ihr österreichischer Vater ist Cellist. Im Alter von vier Jahren erhielt sie auf eigenes Drängen hin bereits Geigenunterricht durch ihren Großvater auf einer eigens für sie gebauten Sechzehntelgeige. Mit acht Jahren gewann sie ihren ersten internationalen Wettbewerb, dem eine ganze Reihe erster Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben folgte.
Vor dem Violinkonzert von Korngold erklingt Musik von Samuel Barber, nämlich dessen Ouvertüre "The school for scandal". Den Abschluss bildet George Gershwin, dessen "sinfonischer Jazz" keine Erklärungen benötigt. Seine Musik ist geprägt von einer melodisch-rhythmischen Erfindungsgabe und meisterlicher Beherrschung der technischen Mittel. Von Gershwin erklingt die "Cuban Ouverture" und die Suite aus "Porgy and Bess".
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