Secondhand statt Markenklamotten
03.11.2011 | 17:29 Uhr 2011-11-03T17:29:00+0100
Kamen/Bergkamen. Wohin geht ihr, wenn ihr eine neue Hose, Schuhe oder T-Shirts braucht? Wahrscheinlich zu H&M, Hollister oder einer anderen der zahllosen Modeketten. Für viele Menschen ist dies aber leider nicht möglich, und die Suche nach preisgünstigen Alternativen ist oft schwierig.
Für solche Fälle gibt es die DasDies Secondhand-Kaufhäuser. Hier gibt es eine breite Auswahl an Kleidungsstücken für kleines Geld.
Doch sind die Klamotten dort wirklich tragbar?Und vor allem: Ist es möglich eine komplette Garderobe für weniger als 20 Euro zu erwerben? Die Jugend.ich Redaktion hat den Test gemacht.
Das Bergkamener DasDies Geschäft am Hallenbad liegt eher versteckt. Dennoch herrscht reger Betrieb. Zögerlich machen wir machen uns auf die Suche.
Auf der Internetseite wirbt DasDies insbesondere damit, dass „vor allem bei den Kinderartikeln das Angebot besonders groß ist“. Tatsächlich finden wir eine breite Auswahl an Kinderklamotten. Für Heranwachsende und Jugendliche sind die Möglichkeiten allerdings begrenzt: Viele Hosen sind zu weit, Pullis oft zu groß.
Erwachsene haben da weniger Probleme, insbesondere bei Damenmode findet man eine breit gefächerte Auswahl an Oberteilen und Jacken. Hier punktet der Secondhandshop, der seine Bekleidung zum Großteil von Privatpersonen bezieht. Zudem gibt es nicht nur Standardbekleidung, sondern auch Halstücher, Bettwäsche, Bademäntel und Sportanzüge.
Wir beginnen uns auszustatten. Sweatshirts für 1,50 Euro, Winterjacken für maximal acht Euro. T-Shirts gibt es oftmals für nur einen Euro, Socken kosten günstige 30 Cent.
Auch wenn es nicht gerade up to date ist, liegen wir bei unseren Outfits weit unter 20-25 Euro. Wer also das nächste Mal wieder in einen Shoppingrausch verfällt, jedoch überhaupt kein Gespartes mehr vorhanden ist, sollte die Möglichkeit ergreifen und bei den umliegenden Secondhand Geschäften sein Glück versuchen. Für so kleines Geld kriegt man bei den großen Modeketten noch nicht mal ein schlichtes, einfarbiges Top...
Die Anziehsachen sind auch noch von guter Qualität. Dass die Klamotten schon etwas älter sind, ist zwar nicht weiter schlimm, dennoch fällt es auf. Denn auch nach intensiver Suche wurden nur wenige Stücke unseren hohen Ansprüchen gerecht. Vieles sieht aus als wäre es schon mindestens fünf Jahre alt, natürlich muss es auch einen Grund haben, das die Kleidungsstücke im Secondhandshop liegen und nicht im heimischen Kleiderschrank. Häufig finden sich Pullover mit Aufschriften wie „Sex macht schlank, lass uns knüppeldürr werden“. Sorgt zwar für herzhafte Lacher ist aber nicht tragbar.
Die gute Organisation ist wahrscheinlich der Grund, warum zu unserem Erstaunen relativ viele Menschen da waren, die nach geeigneten Oberteilen oder Winterstiefeln suchten. Alles ist nach den jeweiligen Größen sortiert und befindet sich in zwei abgetrennten Räumen inklusive einer Umkleidekabine. In dem kleineren Raum von beiden befanden sich Schuhe, Bademäntel und viel Spielzeug für Kids.
Zugegebenermaßen sind die Klamotten bei der DasDies AWO in Bergkamen nicht gerade zeitgemäß für die Jugend von heute, jedoch ist alles sauber und frisch gewaschen. Wenn wir ganz ehrlich sind, haben wir nichts gefunden, was wir wirklich gekauft hätten, wir sind vielleicht jedoch auch etwas zu anspruchsvoll. Sowohl das schwarze Strickjäckchen als auch die Jeans oder die braunen Stiefel sahen durchaus akzeptabel aus.
Ein einfacher Tipp: Wenn man mit diesen Anziehsachen noch ein paar einfache Basics von sich selbst kombiniert, könnte dabei ein preiswertes Outfit herauskommen. Nach einigem Herumstöbern und Suchen fand ich sogar noch ein schickes Partytop für das Mädchen von heute.
Mit viel Geduld und Mühe lässt sich also auf jeden Fall etwas finden - jedenfalls für Mädchen.
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