Schachtzeichen soll an Bergbau erinnern
05.02.2009 | 18:28 Uhr 2009-02-05T18:28:00+0100Die Kulturhauptstadt 2010 rückt näher und auch in Kamen werden derzeit bereits Aktionen dazu angedacht. Die jüngste von diesen ist das Projekt „Schachtzeichen”, das alte Zechenschächte für bis zu 14 Tage mit Gasballonen markieren und ins Bewusstsein der Bürger rücken soll.
Allein die Idee verrät bereits, dass es sich um ein großes und aufwändiges Projekt handelt. Schließlich sollen hunderte von Zechenschächten im gesamten Ruhrgebiet mit jeweils einem gelben Gasballon versehen werden, der bei günstiger Wetterlage bis zu 80 Meter hoch in der Luft schwebt.
In Kamen schwebt bisher lediglich die Idee zwei „Schachtzeichen” zu setzen im Raum. Im Gespräch ist hierfür der Standort der beiden Grillo-Schächte der ehemaligen Zeche Monopol in Kamen-Mitte und der Standort der Heeren-Werver Schächte der Zeche Königsborn. Beide könnten mit je einem Ballon markiert werden. „Wir haben gesagt, dass die Idee interessant ist, aber die Umsetzung ist eine Frage der Finanzierung”, beschreibt Christian Frieling, Fachbereichsleiter Kultur, den aktuellen Stand der Dinge im Rathaus. Ergänzt werden könnte das Vorhaben im Fall einer tatsächlichen Umsetzung der Schachtzeichen-Aktion beispielsweise mit einer Ausstellung über die Entwicklung der Zeche und die lokale Wirtschaft.
Mit 5000 Euro pro Ballon und weiteren Kosten für damit verbundene Aktionen könne das Projekt nicht allein von der Stadt getragen werden. Ruhr 2010 werde die Kosten ebenfalls nicht stemmen. Volker Bandelow, der Autor des Projektes, schlägt zur Realisierung eine Mischfinanzierung vor. Lokale Sponsoren sind hierbei ein wichtiger Bestandteil, damit „der Schachtstandort wahrgenommen werden kann”, so Bandelow. Sein Anliegen bei der Aktion sei nicht nur das große Bild: „Die Leute sollen sehen können, wie sich eine Landschaft innerhalb kürzester Zeit verändert.”
Erstes Echo in der Stadt ist positiv
„Ich finde die Idee gut”, stimmt Manfred Wiedemann vom Förderverein Monopol 2000 zu. Zwar habe der Verein sich zum Thema noch nicht beraten, doch könne Wiedemann sich persönlich eine Beteiligung sowohl an der Gestaltung als auch an den anfallenden Kosten für die Ballone und weiteren Aktionen rund um das Zechengelände vorstellen. Petra Eckardt von der Künstlergruppe Schiefer Turm sieht das ähnlich: „Warum nicht? Wir sind da auf jeden Fall offen. Wir werden uns alle Ideen von Ruhr 2010 anschauen und dann mal sehen, was wir machen.” Eine Beteiligung sei hier zwar möglich, doch aufgrund des stark begrenzten Budgets des Vereins und der Beteiligung an anderen Projekten im Rahmen von Ruhr 2010 nicht ohne Konkurrenz.
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